Full text : Kaufmanns Herrschgewalt

42

III.  Silberwährung.

noten  mit  all  den  daranhängenden  unbekannten  Gefahren  ausgeben, ­
  wenn  wir  für  die  gleichen  Noten  gutes,  reines  Gold  —
wahres  und  wertvollstes  Geld  —  erhalten  können,  bei  welchem
unser  Land  vor  jedwedem  Verluste  geschützt  bleibt?  Ist  es  denn
aber  wirklich  wahr,  daß  wir  nicht  genug  „Geld“  haben  —  das
will  sagen  genug  von  dem  gemünzten  Artikel,  der  als  Austauschartikel ­
  gegen  alle  anderen  Artikel  benutzt  wird.  Wenn  dem
wirklich  so  wäre  —  diese  Entdeckung  wäre  wahrhaftig  neu!
Wir  hatten  in  früheren  Zeiten  schon  keinen  Mangel  an  „Geld“;
jetzt  jedoch  sind  auf  jeden  Mann,  jede  Frau  und  jedes  Kind
fünf  Dollar  mehr  im  Umlaufe,  als  jemals  vorher.  Wir  haben
einen  größeren  Umlauf  des  allgemeinen  Austauschartikels  —  das
ist  eben  „Geld“  —  auf  den  Kopf,  als  irgendein  Land  in  ganz
Europa,  mit  der  einzigen  Ausnahme  von  Frankreich,  wo  die  Bevölkerung ­
  weder  so  viel  Schecks  noch  Tratten,  wie  in  anderen
Ländern  benutzt  —  ein  Umstand,  welcher  viel  mehr  geprägtes
Geld  nötig  macht,  als  bei  uns.  Gewiß  ist  dagegen,  daß  so  viel
Geld,  wie  nur  irgend  gewünscht  wird,  geschlagen  werde,  nur
wenig  einzuwenden;  aber  dieses  Geld  sollte  dann  vollwertig,  nicht
unterwertig  sein.  Der  einzige  sichere  Weg  dazu  ist  der  Einkauf
von  Gold  und  dessen  Umprägung  in  „Geld“  —  nicht  jedoch
Einkauf  von  Silber,  dessen  Zukunft  außerordentlich  zweifelhaft
und  dessen  Erwerbung  bis  jetzt  nur  immer  eine  Verlustspekulation
war.  —  Man  frage  den  Anwalt  für  Vermehrung  des  Geldes,
warum  die  Regierung  nicht  das  für  sie  beste  Metall  „Gold“  einkauft ­
  und  es  zum  Nutzen  des  Volkes  prägt,  und  höre,  wes  er
vorzubringen  hat.  Gold  ist  gerade  so  gut  ein  amerikanisches
Produkt  wie  Silber,  und  unsere  Bergwerke  fördern  jeden  Monat
mehr  als  zwei  Millionen  Dollar  davon  ans  Licht.  Er  könnte  nichts
weiter  dagegen  einwenden,  als  daß  eine  solche  Maßregel  nicht
dazu  beitragen  würde,  den  Preis  seines  eigenen  Produktes,  des
Silbers,  auf  seiner  gegenwärtigen  Höhe  zu  erhalten.  Er  könnte
nicht  leugnen,  daß  Gold  dem  Werte  nach  das  sichere  Geld  ist.  —
Noch  etwas  anderes  !wird  für  das  Silber  geltend  gemacht.
Viele  Leute  sagen  uns,  daß  die  „Silberwährung“  in  der  Luft
liege,  daß  das  Volk  dieselbe  verlangt,  weil  sie  „Geld“  billig
macht  und  daß,  da  Silber  weniger  wertvoll  als  Gold,  die  Leute
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.