Full text : Kaufmanns Herrschgewalt

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VI.  Wie  kann  man  ein  Vermögen  erwerben?

keit.  Bis  jetzt  war  es  bei  den  Aktiengesellschaften  nicht  Brauch,
den  im  Werden  begriffenen  Geschäftsleiter  zu  belohnen;  dennoch
muß  es  über  kurz  oder  lang  dazu  kommen,  wenn  sie  dem  Wettbewerb ­
  derjenigen  Betriebe  nicht  erliegen  wollen,  die  am  Gewinn
beteiligte  Männer  leiten.  Auf  der  anderen  Seite  bieten,  wie  ich
für  junge  Leute  bemerken  möchte,  Gesellschaften  auch  einen  Vorteil. ­
  Ihre  Anteilscheine  stehen  freihändig  zum  Verkauf.  Wenn  ein
Arbeiter  heutzutage  in  Amerika  einen  Anteil  in  einem  Fabrikbetriebe ­
  wünscht,  so  kann  er  das  leicht  genug  haben  und  schon
mit  50  (200  Mark)  oder  100  Dollar  (400  Mark)  Aktienbesitzer
werden.  Es  wird  unter  Arbeitern  täglich  immer  mehr  Brauch,  ihre
Ersparnisse  in  dieser  Weise  anzulegen.  Gar  viele  gut  geleitete
Gesellschaften  zahlen  den  Einlegern  eine  recht  zufriedenstellende
Dividende,  und  der  Arbeiter  kann  seinem  Arbeitgeber  keinen
besseren  Beweis  seiner  Fähigkeit  und  seines  richtigen  Urteils  geben,
als  den,  welchen  die  Eintragung  seines  Namens  unter  den  Aktieninhabern ­
  in  den  Büchern  der  Gesellschaft  liefert.
Arbeitsleute  haben  ein  gewisses  Vorurteil  gegen  die  Entdeckung ­
  ihrer  Ersparnisse  durch  die  Arbeitgeber;  doch  das  ist
verkehrt.  Der  sparende  Arbeiter  ist  zugleich  der  tüchtige  Arbeiter,
und  ein  weiser  Arbeitgeber  sieht  in  den  Ersparnissen  seiner  Leute
den  deutlichsten  und  besten  Beweis  dafür,  daß  sie  für  ihn  einen
ganz  besonderen  Wert  besitzen.  Es  sollte  das  Bestreben  einer
jeden  Gesellschaft  sein,  ihre  vorzüglichsten  Angestellten  zur
Anlage  ihrer  Ersparnisse  in  Gesellschaftsaktien  zu  veranlassen.
Nur  so  können  Aktiengesellschaften  hoffen,  mit  solchen  Einzelfabrikanten ­
  zu  konkurrieren,  welche  das  wertvolle  Geheimnis
außergewöhnlicher  Erfolge  —  nämlich  die  Gewinne  mit  denert
zu  teilen,  die  am  meisten  zu  deren  Erzeugung  beitragen  —,
schon  längst  entdeckt  haben.  Die  Zeiten,  in  denen  der  bloße
Aktieninhaber  seine  Dividende  einheimste  und  kein  weiteres  Interesse ­
  an  der  Arbeit  und  den  Werken  der  Gesellschaft  nahm,  dürften
bald  vorüber  sein.  Der  Tag  für  den  wertvollen  Arbeiter  ist  in  der
industriellen  Welt  seinem  Anbruch  nahe.  Junge,  praktische  Arbeiter ­
  sollten  daher  nicht  den  Mut  verlieren;  ganz  im  Gegenteil,
sie  mögen  voller  Hoffnung  sein.  Von  Tag  zu  Tag  wird  es  dem:
Mechaniker  und  dem  wirklich  fähigen  praktischen  Manne  leichter,
            
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