Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

124

RUSSLAND.  —  Militär  (Landmacht).

Festungen,  zusammen  32.  Ausser  den  festen  Seeplätzen  Kronstadt, ­
  Helsingfors,  Sweaborg  etc.  (Sebastopol  ist  zerstört),  —  sind  nur
die  Festungen  in  Polen  bedeutend;  Zamosk,  Modlin  oder  No  wo  Grigoriewski,
  Brzesk  Litewski  und  die  Citadelle  von  Warschau.  Wenig  ansehnlich ­
  sind  die  Werke  von  Petersburg,  Moskau,  Smolensk.  In  Kamtschatka ­
  ist  Petropawlowski  befestigt.  —  Die  an  der  kaukasischen  Küste
während  des  Krieges  zerstörten  festen  Plätze  (Anapa)  und  blosen  Kreposten
  (Erdaufwürfe)  sind  wahrscheinlich  wieder  hergerichtet.
Kriegsgeschichtliche  Notizen.  Das  russ.  Heer  soll  unter
Peter  I.  1712,  108,000,  bei  seinem  Tode  1725,  196,000  M.  gezählt
haben.  Zur  Zeit  des  siebenjährigen  Krieges,  als  die  Russen  zum  ersten
Male  in  Mitteleuropa  kämpften,  ward  ihre  reguläre  Macht  auf  162,750  M.
berechnet,  neml.  ;  30  Regim.  Cavallerie  (6  Kürassier-,  6  Grenad.-,  18
Dragoner-),  31,950,  und  50  Reg.  Infanterie  (4  Grenadiere,  46  Musketiere), ­
  130,800.  Hiezu  kamen  einige  Milizregimenter.  Katharina  II.
vermehrte  die  Armee.  Eine  Schätzung  von  1785  geht  bereits  auf  360,000
Mann.  —  Eine  Detailberechnung  von  1794  entziffert:
53  Regim.  und  19  Brig.  Cavallerie  81,200  M.
72  -  -  39  Bataill.  Infanterie  203,900  -
5  -  2  Comp.  Artillerie  27,700  -
130  Regim.  etc.  reguläre  Truppen  312,800  M.
Dazu  irreguläre  Truppen,  Kosaken,  Baschkiren  etc.  09,200  -
Garnisonscorps  00,000  -
Gesammtzahl  442,000  M.
Kaiser  Paul  vermehrte  das  Fussvolk,  verminderte  die  Reiterei.  —
Eine  Liste  von  1803  führt  394,200  M.  auf,  mit  Invaliden  und  irregulären ­
  Corps  (auf  dem  Papiere)  über  506,700  M.  —  In  den  beiden  Feldzügen ­
  von  1805  und  7  brachten  es  die  Russen  in  Deutschland  nie  über
SO  —  90,000  M.  Bei  Austerlitz  belief  sich  die  wirkliche  Stärke  der  Alliirten
  auf  nicht  ganz  80,000  M.,  wovon  15,700  Oesterreicher  (die
Franzosen  hatten  beiläufig  die  gleiche  Zahl).  —  Im  grossen  Kriege  gegen
Napoleon  1812  stellte  man  gewaltige  Listen  auf:
Reguläre  Truppen,  worunter  98,000  Garnisonssoklaten  u.  Invaliden  539,400  M.
Irreguläre  Truppen  100,000  -
Nationalmiliz  851,100  -
Zusammen  1’49(7,500  M.

der  Effectivstand  von  drei  verschiedenen  Arten  :  a)  der  verstärkte  Friedensstand
mit  080  M.  per  Bataillon  ;  b)  der  gewöhnliche  Friedensstand  mit  500  und  c)  der
beschränkte  Cadrestand  mit  320  M.  Für  die  Sappeurs  bestehen  nur  die  zwei
ersten  Gattungen  von  Friedensstand.  Eine  weitere  Veröffentlichung  des  Kriegsministeriums ­
  gibt  folgende  Data  über  die  Armeeeintheilung  :  In  Folge  der  Auflösung ­
  der  inneren  Garde  und  der  Bildung  von  stabilen  Truppen  besteht  die
Armee  nun  aus  mobilen  und  stabilen  Truppen.  Die  unbeweglichen  Truppen
bestehen:  a)  aus  70  Infanterie-Reserve-Bataulonen,  10  Tirailleurs-  und  3  Sappeurs-Reserve-Bataillonen,
  welche  sämmtlich  die  Bestimmung  haben,  die  Recruten
  auszurüsten  und  zu  unterrichten,  bis  sie  zur  Armee  einrücken  ;  ihr  Hauptzweck ­
  ist,  in  Kriegszeiten  die  active  Armee  zu  verstärken;  b  aus  Festungs-Truppen
  ;  c)  aus  Provinz-  und  Districts  -  Bataillonen,  welche  die  öffentliche
Sicherheit  beschützen  ;  d)  aus  Etappen  -  Abtheilungen  ,  denen  die  Escorte  der
Gefangenen  obliegt.  Zur  stabilen  Truppe  gehören  auch  die  Festungsartillerie,
die  zu  Festungsbauten  verwendeten  Abtheilungen  und  Strafcompagnien  und
die  activen,  im  Staatsdienste  verwendeten  Invalidencompagnien.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.