Full text: Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

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cipiis utriusque sexus, parschalchis, .... et cum ministerialibus ho- 
minibus subnotatis“). Das ganze Gebiet zwischen den Flüssen Sala 
und Salzsaha (Salzach) gehörte nun nicht den Kaisern, auch nicht der 
Salzburger Kirche. Einen Teil besaß, was schon früher erwähnt ist, 
ein Graf, welcher ihn der Abtei zu Berchtesgaden schenkte. In die 
sem Walde wurde eine Saline entdeckt, welche den Namen Tuval er 
hielt. Auf diese machten die Erzbischöfe zu Salzburg auf Grund der 
viel besprochenen beiden kaiserlichen Privilegien Anspruch. Derselbe 
wurde aber von den Pröpsten bestritten, welche sich an die Kaiser 
wandten mit der Bitte, daß sie ihnen die Saline verleihen möchten. 
Der sich hieraus entspinnende Streit wird nur dann verständlich sein, 
wenn man sich vorhält, daß er in die Zeit des Kampfes zwischen dem 
Papste und den Hohenstaufen fällt, daß in diesem Kampfe die Erz 
bischöfe auf Seiten des Papstes gegen die Kaiser Partei ergriffen haben 
und deshalb von diesen arg bedrängt sind. Aus Haß gegen Salzburg 
standen die Kaiser Friedrich I. und Friedrich II. der Abtei zu Berch 
tesgaden zur Seite. Um den Streit mit Berchtesgaden besser führen 
zu können, schenkte im Jahre 1123 der damalige Erzbischof Konrad 
seinem Kapitel die Saline Tuval in folgender Urkunde 1 : 
Conradus d. g. Salzburgensis ecclesiae Archiepiscopus . . . . 
Quapropter sciant omnes quod nos 
quandam salinam inter fluvios Salzach et Alba inferiorem mon- 
tanis, Tuval vulgari nomine, sitam diiectis fratribus nostris Cano- 
nicis colendam et utilitati modis Omnibus tenendam. Et sicut 
ecclesia nostra auctoritate imperialum privilegiorum inter fluvios 
Sala et Salzach et in aliis locis Episcopii utilitatem auri et salis 
tenet. jam dictam salinam praefatis fratribus donamus, stabilimus 
et confirmamus, ut, quidquid ibidem utilitatis consequi potuerunt, 
nullo impediente libere excolant et quiete possideant. 
In dieser Urkunde, welche älter ist als die Ronkalische Konsti 
tution, erklärt der Erzbischof, daß der Salzburgischen Kirche die utili- 
tas auri et salis nicht bloß auf ihren eigenen Privatgründen, sondern 
überall zwischen den Flüssen Sala und Salzach zustehe: auf Grund 
kaiserlicher Privilegien. Daraus leitet der Erzbischof sein Recht her, 
die Saline selbst als sein Eigentum betrachten und dem Kapitel schenken 
zu dürfen. Die kaiserlichen Privilegien, von welchen in der Urkunde 
des Erzbischofs Konrad die Rede ist, sind die erwähnten Verleihungen 
1 In Loris Einleitung zur Sammlung des baierischen Bergrechts p. VIII 
und sonst.
	        
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