Full text: Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

ständen weiter verafterliehen. Kaiser Konrad III. erkannte in einer 
Urkunde 1 vom Jahre 1152 an, daß die Quelle dem Erzstifte Bamberg 
zustehe. Mit Recht sieht Böhlau p. 14 hierin einen Beweis für das 
Salzregal; denn wenn die Quelle Zubehör zur Oberfläche gewesen 
wäre, so müßte sie den Grafen von Henneberg als den Lehenbesitzern 
zugefallen sein. Wenn Böhlau eine Beleihung Bambergs durch die 
Kaiser vermisst, so dürfte daran zu erinnern sein, daß Kaiser Kon 
rad III. jene Urkunde vom Jahre 1152 ausstellt, in welcher dem Erz 
stifte Bamberg das Verfügungsrecht über die Salzquelle zugesprochen 
wird. Übrigens war schon von früheren Kaisern, so z. B. von Hein 
rich IV. am 15. Juli IIO3 1 2 3 , den Erzbischöfen von Bamberg ihr Gebiet 
„remota regalis nostre majestatis auctoritate“ und mit besonderer Nam 
haftmachung auch vieler Regalien bestätigt worden. Die betreffende 
Urkunde soll, weil für die damalige Zeit charakteristisch, hier folgen: 
„Nostra quoque auctoritate sancimus, ut in abbatiis, mona- 
steriis, comitatibus, föris, mercatis, monetis, naulis, theloneis, 
castellis, villis, areis, servis, ancillis, tributariis, decimis forestibus, 
molis, molendinis, aquis, aquarumque decursibus, campis, pratis, 
terris cultis et incultis, libris, auro, argento, gemmis, vasis, orna- 
mentis, vel aliquibus utensilibus in cultum et in religionem Dei 
ibidem collatis in Omnibus terminis et rebus ejusdem ecclesie ac 
quidquid ad praesens illuc pertinet vel ex his amplificari potest 
nulla fit infestatio tyrannorum .... nullus ibi comes aut judex 
legem facere praesumat infra urbem preter episcopum loci, om- 
nis possessio famulantium ibi Deo pro emunitate habeatur. 
Die Urkunde 45 betrifft die Saline zu Lüneburg und Oldesloe. 
Der Herzog Adolf von Holstein hatte zu Lübeck einen Markt und zu 
Oldesloe eine Saline eröffnet; ersterer schädigte den Marktort Bardo 
wiek, letztere die Stadt Lüneburg, welche beide damals Herzog Hein 
rich dem Löwen gehörten. Dieser verlangte darauf von Herzog Adolf, 
daß er ihm die Hälfte des Lübecker Marktes und der Oldesloeer Sa 
line geben möchte, und ließ, da dies nicht geschah, jene Saline zer 
stören. Der Sachverhalt ist ganz unvermittelt von Helmold wörtlich 
wie folgt dargestellt 4 . 
1 v. Koch-Sternfeld II 67. 
2 Ussermann, Episcopatus Bambergensis 1803. Codex probationum No. CXLI 
p. 107. 
3 Ussermann, Codex probationum No. LV p. 56. 
4 In Helmoldus Chron. Slavorum bei Leibnitz, Scriptores rerum Brunsuc- 
censium tom. 2, Hannover 1708, p. 599, 600.
	        
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