Full text : Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

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später  in  den  Besitz  von  St.  Lambrecht  gekommen  sind  *.  Wie  der
Herzog  seinerseits  in  den  Besitz  jener  Huben  kam,  kann  dahingestellt
bleiben,  da  für  den  Beweis  der  Regalität  der  Umstand  genügen  dürfte,
daß  das  Recht  zum  Bergbaubetriebe  vom  Könige  herrührte.
Die  Urkunde  38  vom  Jahre  1125  ist  nach  v.  Koch-Sternfeld  II
271  von  Böhlau  mitgeteilt.  Sie  findet  sich  vollständig  abgedruckt
in  „Franz  Kurz,  Beiträge  zur  Geschichte  des  Österreich  ob  der  Enns,
Linz  1808,  TI.  3,  S.  299  ff.  Ihre  Überschrift  lautet:  Litterae  fundationis
  monasterii  Glunicensis,  datae  ab  Ottocaro  Marchiae  Styrensi
I125  ex  autographo.  1125  lebte  aber  kein  Herzog  Ottokar.  Ein
Herzog  dieses  Namens  war  1124  gestorben 1  2  3 .  Wahrscheinlich  werden
ein  anderes  Jahr  als  1125  und  derjenige  Ottokar  gemeint  sein,  welcher
im  Jahre  1182  dem  Seckauer  Kloster  besondere  Privilegien  erteilte.
Dafür  spricht  nämlich  der  Umstand,  daß  die  Stiftung  des  Klosters
Glaink  erst  1183  durch  Erzbischof  Otto  II.  von  Bamberg  bestätigt
wurde.  Herzog  Ottokar  von  Steiermark  hatte,  wie  schon  sein  Vater,
das  Bergregal  von  Kaiser  und  Reich 8  (imperiali  largitate).
Nach  der  Urkunde  39  vom  1.  August  1135  schenkte  Kaiser  Lothar ­
  III.  dem  von  ihm  gegründeten  Kloster  Königslutter  „unum  chorum
salis  cum  medio“.  Chorus  salis  ist  ein  Salzmaß 4 .  Gemeint  ist,  daß
der  Kaiser  eine  ihm  gebührende,  in  natura  bezogene  Salzabgabe  dem
Kloster  überweist.  Die  Abgabe  bezog  der  Kaiser  aus  der  Saline  zu
Lüneburg 5 ,  über  die  noch  unten  bei  Urkunde  45  zu  sprechen  sein
wird.
Die  Urkunde  40 6  berichtet,  daß  Abt  Heinrich  von  Hersfeld  im
Jahre  1137  d em  neu  erbauten  Spitale  zu  Königs-  oder  Herren-Breitungen:

juxta  vetus  Bredinge  puteum  salis  cum  area  sua  in  Salzungen
widmet.  Hier  sind  Grund  und  Boden  Zubehör  zum  Salzbrunnen  und
nicht  dieses  Zubehör  zu  jenen.  Daß  Salzungen  durch  königliche  Verleihung ­
  mit  dem  Rechte  der  Salzgewinnung  verbunden  war,  ist  bei
1  Auf  den  nämlichen  Gegenstand  bezieht  sich  die  Urkunde  44  S.  53  im
Urkundenbuch  des  Herzogtums  Steiermark  vom  12.  März  1025,  in  welchem  Kaiser
Konrad  der  Frau  Adelheid  centum  mansos  nostrae  proprietatis  cum  usu
salis  seu  cum  omni  utilitate  schenkt.
2  Kurz  S.  304  ff.
3  S.  unten  zu  Urkunde  53:  Pusch  et  Fröhlich,  Diplomataria  S.  Styriae  1756,
P.  166,  167.
4  Jung,  De  jure  salinarum  p.  198.
5  Sagittarius  in  Originibus  Luneburgi  in  Jung  p.  199.
c  Vgl.  v.  Koch-Sternfeld  II  68.
            
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