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Rechtszustand in den Provinzen vor und sie haben denselben fortbestehen
lassen
So wissen wir aus demFragraentederBergwerksordnung für Vipaska 1 2 3 * * * * ,
daß die Verfügung über die Bergwerke im Bergwerksbezirke von Vipaska
nicht vom Grundbesitzer, noch vom Finder kraft Finderrechts, sondern
vom Staate ausging. Der vom Staate eingesetzte Vorsteher des Bezirks-
procurator metallorum, verkaufte oder verpachtete die einzelnen Berg
baufelder — putei — zum Abbau an Private gegen bestimmte
Preise — pretia — und unter gewissen Bedingungen. Die von den
Privaten für die Überlassung der putei zu zahlenden Preise waren
verpachtet 8 .
Neben dem Verkaufe der einzelnen Gruben durch den procurator
metallorum kam auch, so scheint es, eine Art Bergbaufreiheit im Berg
1 Ebenso Neuburg in der Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft 1900,
S. 46, 243; dagegen Mispoulet p. 52: «Cependant peu k peu les jurisconsultes
romains arrivent k admettre que le droit aux substances minerales souterraines
est distinct de la propriete du sol»; Ulp. D. 8, 4, 13 — nisi talis consuetudo in
illis lapidicinis constat; s. auch Dig. 27, 9, 3, 15. Mispoulet p. 53 — «au troi-
sieme siöcle — la propriete de la mine tend ä se detacher de la propriete du sol
— resultat de la pratique plutot que d’une nouvelle theorie juridique — Fest en
effet la rögle adoptee k Aljustrel». Binder S. 64. Neuburg 48—55; besonders
Villanueva 1. c. p. 262, der behauptet, daß zur Zeit der Republik ein „Systema
misto“ (Regal und Recht des Grundbesitzers) herrschte, während Abignente be
hauptete: «Tutte le miniere fossero o no in terre pubbliche o private, in eser-
cizio o non ancora scoperte erano di assoluto dominio e come ogni altera forma
di proprietk immobiliare poterano essere concesse in godimento salvo natural
mente la riserva deP alto dominio virtuale del principe, alcune poterano essere
objetto di concessione speciale assolutamente indepedente della concessione super-
fiziaria altro invece poterano essere accordate in godimento allo stesso titolare del
sottosuolo.i) Abignente p. 69 behauptet, daß bis zur Teilung des Römischen
Reiches 320 weder absolute Bergbaufreiheit noch vollständiges Regal, von da ab
jedenfalls ein Quasiregal (la quasi regalia) gegolten hat. Vielfach wird ein Unter
schied zwischen entdeckten und nicht entdeckten, zwischen gewöhnlichen und
kostbaren Mineralien behauptet, die nicht entdeckten und die kostbaren waren
dem Grundeigentum entzogen und dem Staate Vorbehalten, s. auch Villanueva 1. c.
p. 36 sowie auch Pertile vol. IV p. 426.
2 Dasselbe ist unter anderen von Wilmanns in der Zeitschrift für Bergrecht
Bd. 19 S. 217 fr. veröffentlicht.
3 S. zur Tafel von 1876 noch u. a. Neuburg in der Zeitschrift für die gesamte
Staatswissenschaft 1900, S. 46 f. Völkel in der Zeitschrift für Bergrecht Bd. 55
S. 182 f. Binder das. Bd. 32 S. 227. Schönbauer in den Bergrechtlichen Blättern,
Beilage zur Österreichischen Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen 1913, S. 126 f.
Arndt in der Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft Bd. 70 S. 231 f. Arndt
in der Zeitschrift für Bergrecht Bd. 55 S. 55.