Full text: Tote und lebendige Wissenschaft

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Vorgang „Angebot—Nachfrage", noch aus dem „Gleichge 
wicht" der beiden; insbesondere geht er daher nicht aus „sub 
jektiven Wertschätzungen" hervor, er ist nicht ihr „Ergebnis", wie 
Menger und seine Schule will'); vielmehr sind, gerade ent 
gegengesetzt, die subjektiven Schatzungen der Wirtschafter erst die 
Erponenten, die Ausdrücke des objektiven Gliederbaues der 
Wirtschaft. 
Unsere Auffassung des Preises als Anzeiger organischer 
Gliederung und in diesem Sinne als organisch erPreis 
ist allerdings noch keine vollständige Preistheorie; aber sie 
gibt den Rahmen an, in dem sich die universalistischen 
Preiserklärungen zu bewegen haben. Die besondere Preis 
theorie hat (auf der angegebenen allgemeinen Grundlage) 
noch darzutun, nach welchen Gründen und in welchen Sonder 
vorgängen jenes „Anzeigen", „Ausdrücken" organischer Be 
ziehungen der Teilganzen im volkswirtschaftlichen Gesamt 
ganzen geschieht, wie sich die Gliedhaftigkeiten in ihm durch 
setzen (vgl. unten S. 73 über „Gleichwichtigkeit"). Die 
österreichische Schule, sofern sie den Wert von Bedürfnis 
stand und Gütermenge (d. h. vom Verhältnis der Mittel zu 
den Zielen) abhängig macht, wäre mit diesen allgemeinen 
Voraussetzungen immerhin beim rechten Anfange; jedoch müßte 
Ziel und Mittelbestand der Einzelnen, müßte die Marktlage 
stets als Äußerung der volkswirtschaftlichen Ganzheit begriffen 
werden, nicht aber als Zufälliges, als bloß Summiertes, das 
aus sich-zusammenfindenden Atomen bestünde. Wenn daher 
Böhm-Bawerk sagt, „der Preis ergibt sich vom Anfang bis 
zum Ende aus subjektiven Wertschätzungen"?) und nach diesem 
Grundsätze auch seine entscheidende Preisformel (Beispiel vom 
x ) Böhm-Bawerk, Positive Theorie des Kapitals, 4. Ausl. 
Jena 1921, Bd. 1, S. 280, 281, 291. 
2 ) st. angef. Orte, Bd. 1, S. 280.
	        
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