Full text: Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

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eine Goldgewinnung aus dem Rheinsande im unteren Breisgau statt 
gefunden hat. In der Steiermark, wo es schon vor den Römern Bergbau 
gab, haben diese gleichwohl das Gepräge ihres Rechts und ihrer Kultur 
dem bis dahin ganz kunstlosen Bergbau aufgedrückt. Nicht weniger als 
530 Jahre war dieses Land im Römischen Besitze 1 , und als die Herrschaft 
der Römer aufhörte, waren es Römer oder romanisierte Barbaren, die 
den Bergbau leiteten. Noch im Jahre 1294 hieß ein Schacht bei Zeiring 
„die Römerin“ * 1 2 3 und niemals hat der Bergbau seit der Römerzeit in 
Steiermark gänzlich aufgehört. Steiermark wie ganz Süddeutschland 
behielt auch nach Beendigung der Römerherrschaft Römische Hintersassen 
und Reste Römischer Kultur. Es ist hierbei im hohen Grade auffallend, 
daß mit den ältesten Bergwerken Süddeutschlands — und Süd- und 
Westdeutschland hatten, weil schon durch die Römische Kultur berührt, 
viel älteren Bergbau als das übrige Deutschland — zugleich Römer und 
Römische Einrichtungen erwähnt werden. In der Schenkungsurkunde 
des Agilolfingers Herzog Theodo an die Kirche zu Salzburg 8 verleiht 
dieser im 6. Jahrhundert zugleich mit dem Salzzehnten; romanos et eorum 
tributales mansos. 
Ein anderer Herzog aus dem Hause der Agilolfinger namens 
Thassilo 4 schenkt derselben Kirche dreißig Römerhöfe und außerdem: 
in loco nuncupante (Reichenhall) hal-unum putiatorium integrum, quod 
vulgariter dicitur galgo. 
Der Ort, wo die Salzwerke um Reichenhall, vielleicht die ältesten 
in Deutschland, lagen, hieß noch im 8. Jahrhundert mit Römischem 
Worte „Salinas“ 5 . Auch der Römische Salzzehnte hatte ununterbrochen 
fortbestanden: 
Insuper (heißt es in jener Schenkungsurkunde Theodos) et in 
jam dicto loco concessit decimam de sale et de teloneo quod 
datur in censo dominico. Nec non et tradidit romanos. 
partem reddat in dominica, im Elsaß vergab die Safzwerke der Herzog Theodat 
(als Landesherr); s. auch v. Inama (1. Aufl.) II 351 und gegen dessen Argu 
mentationen weiter unten, ebenso Villanueva p. 266 und Abignente 1. c. 
1 Albert v. Muchar, Geschichte des Herzogtums Steiermark, Gratz 1846, 
III. Teil S. 80. 
2 Romana, v. Muchar III 91; s. auch A. Dopsch II 175, 178 f. 
3 Diese Urkunde ist aus dem Congestum Arnonis in Hundii Metropolis 
Salisburgensis I 20 seq., bei v. Koch-Sternfeld, Die teutschen Salzwerke II 106, 107, 
bei Böhlau als Urkunde 4 und in der Einleitung zu Johann Georg Lori’s Sammlung 
des baierischen Bergrechts p. V abgedruckt. 
4 v. Koch-Sternfeld II 109, 
5 Daselbst S. 107 : in loco qui vocatur Salinas.
	        
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