728 Schiffbau. Leistungsfähigkeit der Panzerplatten.
von den glühenden Stahlplatten derart aufgesogen wird, daß eine sehr gleichmäßige
Kohlung bis zu 50 mm Tiefe entsteht. Die Bekohlung gegenüber dem Harvey-Prozeß ist
daher gleichmäßiger und schneller. Für den Zementierprozeß verwendet man meist zwei
Platten, welche mit den Stirnseiten einander zugekehrt mit Spielraum übereinander im
Ofen gelagert werden. Der Raum zwischen den Platten von 200 bis 300 mm Höhe
wird am Rande mit Ausnahme einiger Züge durch feuerfeste Steine und Asbestpackungen
gasdicht abgeschlossen und wird durch denselben das Leuchtgas hindurch eingeführt. Nach
dem Kohlen der Platten erfolgt stets das Vergüten im Ölbad und zum Schluß die Ober
flächenhärtung durch Abschrecken der rotwarm gemachten Platte mittels gewaltiger Wasser
brausen nach dem Tresidder-Verfahren. Die Panzerplatten erhalten meist erst nach dem
Vergüten, aber vor der Oberflächenhärtung ihre endgültige Form, da eine Formveränderung
im gehärteten Zustand ausgeschlossen ist. Da beim Abschrecken leicht ein Verziehen der
751. Urrsnche mit einer Kruppschen gehärteten Uichrtstahtplattr von 300 mm Kietir.
Platten eintreten kann, so ist man bisweilen gezwungen, in den Fällen, wo die Form
genau innegehalten werden muß, die Oberflächenhärtung fortzulassen.
Nachstehende Tabelle bietet einen klaren Überblick über die Steigerung der Leistungs
fähigkeit der Panzerplatten mit Bezug auf die lebendige Kraft der Geschosse zum Durch
schlagen der Panzer.
Art der Platte
Verhältnis der
lebendigen Kraft
Die Platte entspricht
einer schmiedeeisernen
Platte von
1. Walzeiscnplatte
1,0
150 mm
2. Compoundplatte
1,37
183 „
3. Stahlplatte
1,56
2,03
203 „
4. Weiche Nickelstahlplatte ....
250 „
5. Harveyplatte
6. Nickelstahlplatte nach Kruppschem
2,96
332 "
Verfahren
4,12
430 „
Die neuesten Kruppschen Platten erfordern demnach zum Durchschlagen der Geschosse
rund viermal soviel lebendige Kraft als die ebenso starken Eisenplatten.