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1. Kapitel
gänge wie beim lebenden Organismus. Lines ent
wickelt sich harmonisch aus dem andern, und ebenso,
wie es gewisse Grundgesetze der Wärme, der Erhaltung
der Kraft, der Bewegung gibt, die für alle Lebewesen
gleich sind, sollte es Gesetze geben, die das Wohlergehen
der Summe aller Individuen in materieller Beziehung,
also in ihren wirtschaftlichen Verhältnissen beeinflussen,
Gesetze, die für die einfachste Gemeinde genau ebenso
viel Gültigkeit haben wie für den kompliziertesten In
dustriestaat, für die Südseeinsulaner wie für die Nord
amerikaner, für China sowohl wie für Europa.
wo aber wären diese leichter zu ergründen als
eben am einfachsten Organismus, und wir sollten mei
nen, daß keine nationalökonomische Forschung vollkom
men wäre, die sich nicht der Mühe unterzogen hätte, die
Volkswirtschaft an ihrer Quelle zu untersuchen, dort,
wo in Ländern mit primitiven Wirtschaftsformen die
ñnfangsstadien der Entwickelung zu beobachten find.
wenn der Verfasser hier den versuch macht, einige
allgemeine einfachste Leitsätze der Nationalökonomie zu
sammenzustellen, so geschieht es eben, weil er in seiner
Karriere Gelegenheit hatte, wirtschaftliches Leben von
seiner ersten Stufe bis zum einstweilen letzten Stadium,
der Trustbildung, nicht nur zu beobachten, sondern mit
zuerleben. Ein vergleich seiner Erfahrungen mit den
Ergebnissen der herrschenden nationalökonomischen For
schung überzeugte ihn, daß wohl eine ungeheure Denk
arbeit von den führenden Geistern geleistet worden
ist und noch geleistet wird, daß aber aus der un
endlichen Fülle des Gebotenen und sich widersprechen
den eine wirkliche Klärung der öffentlichen Meinung
selbst über die fundamentalsten Wahrheiten gar nicht