Full text : Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

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civitatem  in  Riga  et  in  locis  aliis,  in  quibus  eas  fieri  oportuerit.
Si  autem  in  partibns  vena  metalli  cujuslibet  sive  thesaurus  occultus
manifestatus  fuerit,  in  hujusmodi  jus  nostrum  speciale  ipsius  fidei
de  consilio  principum  nostrorum  commisimus.
Bergregal  und  Bergbaufreiheit  in  Polen.
Wie  in  Schlesien,  welches  ursprünglich  ein  Teil  Polens  gewesen  ist,
bestand  auch  in  Polen  selbst  seit  Beginn  eines  geregelten  Bergbaues
ein  landesherrliches  Bergregal.  Wie  in  Schlesien  (vgl.  die  Löwenberger
hospites),  so  ist  auch  im  übrigen  Polen  ein  geregelter  Bergbau  erst  durch
Deutsche  eingeführt  worden,  die  ihre  Rechtsgebräuche  in  das  neue  Land
mit  sich  brachten  und  von  dem  Landesherrn  bestätigen  ließen.  Die
deutsche  Herkunft  des  polnischen  Bergbaues  wird  u.  a.  auch  dadurch
bezeugt,  daß  die  technischen  Ausdrücke  in  der  polnischen  bergmännischen
Sprache  zum  größten  Teil  aus  dem  Deutschen  stammen.  Schon  die
Urkunde  Herzog  Boleslaws  von  Krakau  d.  d.  Korczyn  den  27.  Februar
1253,  betr.  Bochnia  im  heutigen  Galizien,  gebraucht  Ausdrücke  wie
„obersar“  (überschar),  intra  montes  seu  „schachtas“.  Die  für  die  Salinen
von  Wielierka  erlassene  Bergordnung  Kasimirs  des  Großen  aus  dem
Jahre  1355  erwähnt  einen  barkmagister  (Bergmeister) 1 .
Die  Salinen  von  Wieliczka  und  Bochnia  waren  unmittelbares
Eigentum  der  polnischen  Könige,  und  der  Bergbau  daselbst  wurde
für  Rechnung  der  Krone  betrieben.  Der  Bergbau  auf  Metalle  hingegen ­
  stand  im  Betriebe  von  Bergbauunternehmern,  denen  hierzu
vom  Landesherrn  Konzessionen  erteilt  wurden,  und  die  eine  Bergwerksabgabe
  an  diesen  zu  entrichten  hatten.  Herzog  Przemyslaw  II.  von
Polen  und  Krakau  erteilt  am  6.  September  1290  dem  Krakauer  Bürger
Gerard  das  Recht,  civitatem  domus  Sti  sepulchro,  dictam  Miechow  nach
deutschem  Recht  auszusetzen,  und  bestimmt  u.  a.;  Adiicimus  eciam,  ut
si  metallum  novum  amarserit,  ipse  advocatus  sibi  et  monatano  (!)  potestatem
  habeat  occupandi,  nostro  tarnen  salvo  iure  et  omnimoda  porcione 2 .
Im  Jahre  1347,  in  der  Peter-Paulsoktave,  erteilt  Königin  Elisabeth  den
Bürgern  und  Bergleuten  (cices  et  montani)  der  Stadt  Olkusch,  aus
welchen  Weltgegenden  sie  auch  stammen  sollten  (de  quibuscunque
mundi  partibus  fuerint),  das  Recht,  in  einem  Umkreise  von  einer  Meile
rings  um  die  Stadt,  innerhalb  von  sechs  Jahren,  nach  bisher  üblicher
Gewohnheit  Blei-  und  Silbererz  zu  suchen,  zu  reinigen  und  zu  schmelzen.
1  S.  Corpus  iuris  metallici  Polonici  antiquioris  bei  Zabczeki,  Görnietwo  w
Pol.  sec.,  Warschau  1841,  II  86,  88,  96.
2  Codex  diplomaticus  Maioris  Poloniae,  Posen  1878,  II  29  (No.  648).
            
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