Full text : Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

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ist  ein  Schiedsspruch  des  Iglauer  Schöppenstuhls  ungefähr  aus  dem
Jahre  1260  vorhanden 1 ,  worin  die  Iglauer  Schöppen  als  Recht  bezeugen,
daß  wo  immer,  und  selbst  auf  den  Besitzungen  eines  Abtes,  Klosters
„vel  aliorum  nobilium  terre“  Bergwerke  gefunden  werden,  der  Grundherr ­
  ein  Zweiunddreißigstel  und  ein  Drittel  der  Urbure  erhalte,  daß  aber
die  Urbure  nnd  die  Berggerichtsbarkeit  dem  Landesherrn  zustehen.
Diesen  Schiedsspruch  erteilten  die  Schöppen  auf  die  Frage  des  Abtes
zu  Leubus,  was  Rechtens  sei,  wenn  auf  den  in  Schlesien  liegenden
Stiftsgütern  Bergwerke  entdeckt  würden.  Der  Herzog  von  Schlesien
bestätigte  nun  am  9.  Juni  1268  wörtlich  diesen  Schiedsspruch  des
Iglauer  Schöppenstuhls 1  2 .
Ein  fernerer  Beweis  für  die  Geltung  des  Bergregals  in  Schlesien
dürfte  aus  der  Urkunde  vom  8.  Dezember  1273  zu  entnehmen  sein 3 ,
durch  welche  Herzog  Heinrich  von  Schlesien  dem  Kloster  zu  Kamenz
alle  auf  dessen  Besitzungen  vorhandenen  oder  zukünftig  entdeckten
Bergwerke  nach  böhmischem  Rechte  verleiht.  Endlich  ist  noch  Bezug
zu  nehmen  auf  die  wichtige  Kulmische  Hand  veste,  welche  vom  28.  Dezember
1233  datiert,  indeß  nach  Voigts  Ansichts  nach  heutiger  Rechnung  vom
28.  Dezember  1232  ist 4  5 .  In  dieser  überläßt  der  deutsche  Orden  den
Kulmern  ihre  Besitzungen  auf  flämisches  Erbrecht,  behält  sich  indeß
verschiedene  Reservatrechte,  darunter  Regalien,  vor:  die  Metalle,  den
Biberfang,  die  Mühlen  an  den  Flüssen,  das  Jagdrecht s .  Im  lateinischen
Texte  heißt  es 6 :

1  Urkunde  14  in  Sternbergs  Urkundenbuch  S.  23.  Zivier  1.  c.  No.  4.
2  Urkunde  15  in  Sternbergs  Urkundenbuch  S.  24.  Zivier  1.  c.  No.  15.  Also
kann  auch  nicht,  wie  Zycha,  Ältestes  Bergrecht  S.  63  behauptet,  bis  etwa  1280
um  Iglau  der  Bergbau  pars  fundi  gewesen  sein,  zumal  die  Iglauer  Schöppen  nicht
neues  Gesetz,  sondern  altes  Gewohnheitsrecht  gaben.
3  Urkunde  19  in  Sternbergs  Urkundenbuch  S.  28.  Zivier  1.  c.  No.  19.  Es
heißt  darin:
„eidem  domui  daraus  libertatem  super  locis  mineralibus  et  metallis  cujuscunque
  generis  fuerint  que  modo  in  bonis  praedicte  domus  inveniuntur
vel  in  posterum  poterunt  inveniri  volentes  eam  gaudere  in  his  Omnibus
jure  quod  super  talibus  Karrissimi  avunculi  nostri  domini  O.(ttocari)
serenissimi  Boemorum  regis  habere  dinoscuntur,  ....  Rusticis  quoque
in  quorum  agris  loca  mineralia,  vel  metalla  inveniuntur  sua  jura  similiter
duximus  conferenda.“
4  Geschichte  Preußens  von  den  ältesten  Zeiten  usw.  von  Johannes  Voigt,
Königsberg  1827,  II  237,  nach  dem  Original  abgedruckt  im  Codex  diplomaticus
Maioris  Poloniae  591.
5  Voigt  daselbst.
3  Nach  Steinbeck  S.  76.
            
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