Full text : Ueber Betheiligung der Arbeiter am Unternehmergewinn

Ueber  Gewmnbetheiügung  der  Arbeiter.

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Unternehmer,  dem  inan  einerseits  den  geknechteten  Arbeiter  gegenüberstelle  ihn
also  als  Sieger  ansieht,  den  man  andererseits  mit  allen  ordentlichen  Fehlern
behaftet  darstellt,  verlangt  man  die  Versöhnungshand?  Ich  glaube,  hier  liegt
eine  bedenkliche  Jnconseguenz  vor.  Entweder  ist  der  Unternehmer  in  dem
socialen  Kampfe  der  Besiegte,  oder  wenn  er  als  Sieger  Friede  und  Versöhnung ­
  schasst,  sind  seine  Eigenschaften  nicht  so  schlimme,  wie  man  sie  ausmalt ­
  !  —
Betrachten  wir  im  Folgenden,  ob  eine  Wiederherstellung  des  socialen
Friedens  auf  Grundlage  der  Betheiligung  der  Arbeiter  am  Unternehmer-Gewinn ­
  möglich  ist.
Die  Betheiligung  der  Arbeiter  am  Unternehmer-Gewinn  (industrial
partnership,  nouveau  contrat,  Arbeitsgesellschaft)  d.  h.  an  dem  beim  Jahresschlüsse, ­
  nach  Aufstellung  der  Bilanz,  sich  herausstellenden  Nutzen  erscheint  mir
aus  mehrfachen  Gründen  unpractisch,  ja  sogar  schädlich.  Ich  halte  sie,  weit
entfernt  ein  Mittel  zur  Verwischung  der  Klassen-Gegensätze  zu  sein,  vielmehr
geeignet,  nur  noch  tiefere  Zerwürfnisse  zwischen  Arbeitgebern  und  -Nehmern
herbeizuführen.  Eine  jede  größere  Gemeinschaft  von  Personen  verschiedener
Bildungsstufen,  Fähigkeiten  ,  Leistungen,  die  auf  die  Erreichung  bestimmter
Ziele  gerichtet  ist,  verlangt  eine  Unterwerfung  der  Einzelnen  unter  die  höheren
Zwecke  des  Ganzen;  diese  Unterwerfung  wird  um  so  größer  und  unbevingter
sein  müssen,  einerseits,  je  mehr  die  Leitung  des  Unternehmens  nur  von
Wenigen  ausgeführt  werden  kann,  andererseits,  je  größer  der  Abstand  der
Fähigkeiten  der  großen  Masse  von  der  der  Leiter  ist.  Beide  Momente
walten'  in  der  gewerblichen  Unternehmung  in  hohem  Grade  vor.  Wie  auf
wenigen  Gebieten  beruht  hier  das  Wohl  und  Wehe  des  Ganzen  auf  der
Capacität  einer  oder  weniger  Personen,  der  Unternehmer;  mangelt  den
Arbeitnehmern,  und  auch  den  tüchtigsten,  die  däs  Gelingen  der  Unternehmung
verbürgenden  Eigenschaften  des  Unternehmers.  Und  grade  dieser  Grundpfeiler
des  Gedeihens  der  Unternehmung:  die  ungeschmälerte  Autorität  der  Leitung
erscheint  mir  durch  die  Betheiligung  der  Arbeiter  am  Unternehmer-Gewinn
gefährdet.  Daß  diese  Autorität  eine,nnumstößliche  Nothwendigkeit  ist,  anerkennen ­
  selbst  die  begeisterten  Vertreter  des  in  Rede  stehenden  Systems:
Charles  Robert  (la  suppression  des  greves  par  l’association  aux  benefices,
  Paris  1870)  sagt  wörtlich:
Je  deolare  nettcment,  que  le  maintient  de  l’autorite,  je  dirai
meme  de  la  dictature  du  patron  est  un  des  prinoipes  fondamentaux
de  1  Association  aux  benefioes.  Les  personnes,  qui  ont  fondd  des
assooiations  oooperatives  savent  que  le  gdrant  doit  disposer  de
pouyoirs  e'tendus.  H  e n  est  de  mdme,  ä  plus  forte  raison  du
patron.  II  est  le  chef,  le  directeur,  il  a  la  responsabilite  yis-a-vis
des  tiers;  il  a  engage  ses  capitaux;  il  a  le  droit  de  commander  et
de  stipuler  expressdment  le  maintient  de  ce  droit.
L’immixtion  des  ouvriers  dans  la  gestion  serait  deplorable;  ce
serait  le  desordre,  l’anarchie,  la  ruine:  les  plus  intelligents  le  savent
bien;  ils  comprennent  parfaitement  que  la  diyision  du  travail  est
            
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