I. Geschichte und Entwicklung des Kartellwesens.
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I. Kapitel.
Geschichte und Entwicklung des Kartellwesens,
insbesondere deren Bedeutung
für die Arbeiter der Kohlen- und
Eisenindustrie.
Die wirtschaftlichen Kriege werden still und geräuschlos
geführt, aber in ihren Wirkungen sind sie verheerender als jene,
die mit Pulver und Blei ausgekämpft werden. Die freie Konkurrenz
kennt kein Erbarmen und die Niederwerfung, die
Vernichtung des Gegners ruft sie nur zu neuen Waffengängen
auf den Plan; sie wird niemals müde, sie ist in ihrer Gier unersättlich.
Es ist noch nicht lange her, daß der Begriff der freien
Konkurrenz unbekannt war. Die zünftigen Organisationen
in den Städten regelten die Löhne, die Preise der Waren, und
sie verhinderten, daß mehr hergestellt wurde, als gebraucht
werden konnte, indem sie die Zahl der Meister, Gesellen und
Lehrlinge beschränkte, die innerhalb eines Wirtschaftsgebietes
ihren Beruf ausüben durften. Aber diese Verhältnisse
sind unwiderruflich dahin; mit den Erfindungen und den
Verbesserungen der Technik, verbunden mit einer starken
Entwicklung des Verkehrswesens, war die Möglichkeit gegeben,
die Produktion rasch zu steigern. Das Streben nach
Erwerb, nach Vermögen erzwang die Qewerbefreiheit, entfesselte
die bis dahin gebundenen Kräfte und legte dem einzelnen
nur insoweit Schranken auf, als sie durch seine Fähigkeiten
und durch seine Kapitalkraft gegeben waren.
Es war als ob ein Rausch die ganze Welt erfaßt hätte, ein
jeder eilte, seine Produktion zu vergrößern, seinen Absatz zu
steigern, ohne auf den andern Rücksicht zu nehmen. Neue
Fabriken wurden ohne Zahl gegründet. Die Produktion erfolgte
nicht planmäßig; sie richtete sich nicht nach dem Beut
sch, Kartelle und Arbeiter. ' »