Full text : Kartelle und Arbeiter

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III.  Kartell  und  Konjunktur.

Verhältnisse  und  die  Lage  des  Weltmarktes  mit  Notwendigkeit ­
  erheischen.“  Ferner 1 );  „Den  glatten  und  ständig  wachsenden ­
  Absatz,  wie  ihn  der  Verband  den  Stahlwerken  geschafft ­
  hat,  würden  in  freier  Konkurrenz  voraussichtlich  nicht
alle  erreicht  haben.  Ihre  Beschäftigung  gestaltete  sich  unter
Ausschaltung  des  freien  Wettbewerbes  gleichmäßiger  wie
früher,  da  die  Zusicherung  eines  bestimmten  Absatzquantums ­
  eine  bessere  Verteilung  der  Produktionstätigkeit  über
das  ganze  Jahr  ermöglichte.  Früher  ohne  Verband,  war  die
Beschäftigung  der  einzelnen  Werke,  je  nachdem  es  ihrer  bezüglichen ­
  Leitung  gelang,  die  notwendigen  Aufträge  hereinzubringen ­
  oder  mit  Mühe  zu  erjagen,  untereinander  sehr  ungleich ­
  und  außerordentlichen  Schwankungen  unterworfen,  ein
Übelstand,  welcher  namentlich  auch  die  Arbeiterschaft  schwer
in  Mitleidenschaft  zog.“
Während  somit  Zöllner  in  seinen  Ausführungen  wohl
von  einem  etwas  einseitigen  Standpunkte  zu  Gunsten  der
Eisenkartelle,  insbesondere  des  Stahlwerksverbandes  spricht,
ist  es  Götzke,  der  sich  über  das  Kohlensyndikat  etwas
weniger  ruhmredig  äußert,  aber  immerhin  auch  ihm  eine
erhebliche  Anteilnahme  an  der  Milderung  der  Krisen  beimißt.
Es  heißt  bei  ihm *  2 ):  „Das  Ansteigen  (gemeint  ist  wohl  die
Periode  von  1895:  1900  U.)  erfolgte  mit  beginnender  Besserung ­
  der  Wirtschaftslage  viel  gleichmäßiger  und  nicht  so
sprunghaft  wie  z.  B.  1873/4  und  1890/91.  Die  Folge  war  denn
auch:  .  .  .  daß  der  Rückgang  zwar  nicht  ausgeschaltet  wurde,
sich  aber  in  weniger  empfindlichen  Grenzen  halten  konnte..,
in  noch  höherem  Maße  (als  die  in  guten  Jahren  zurückgelegten ­
  Reserven)  wirkte  während  des  allgemeinen  Niederganges ­
  für  die  Zechen  die  erhaltende  Tätigkeit  des  Kohlensyndikates ­
  .  .  .  Das  aber  ist  zweifellos,  daß  die  verhältnismäßigen ­
  günstigen  Abschlüsse  der  folgenden  Jahre  in  erster
Linie  dem  Wirken  des  Syndikates  zuzuschreiben  waren,  ohne
welches  die  Gewinne  seiner  Mitglieder  vielleicht  in  der  höchsten ­
  Hochbewegung  noch  stärker  angespannt  worden  wären,
dann  aber  den  jähen  Sturz  erlitten  haben  würden  wie  bei
ähnlicher  Lage  der  Dinge  in  früheren  Zeiten.  Die  Wirkung
des  Syndikates  ist  unverkennbar,  und  wir  können  die  Frage,.
B  Ibid.,  p.  103.
2 )  Qötzke,  Das  Rheinisch-Westfälische  Kohlensyndikat.
            
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