Full text : Kartelle und Arbeiter

III.  Kartell  und  Konjunktur.

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mäßiger  Preise  nicht  mit  starken  Steigerungen  vorzugehen.
Es  sei  ein  Fehler,  wenn  sie  Preise  und  Produktion  auf  längere
Zeit  festlegten.  Bei  Vermeidung  dieses  Fehlers  aber  seien
günstige  Wirkungen  zu  erwarten,  welche  bei  einer  Ausbreitung ­
  und  Stärkung  der  Kartelle,  schließlich  bei  einem  planmäßigen ­
  Zusammengehen  derselben  sich  zum  allgemeinen
Besten  erhöhen  müßten  und  würden 1 ).
Die  großen  Kartelle  der  Eisenindustrie, *  2  *  * )  führt  Zöllner
in  seinem  Werke  „Eisenindustrie  und  Stahlwerksverband“
an,  nehmen  „im,  allgemeinen  für  sich  das  Verdienst  in  Anspruch, ­
  daß  sie  durch  Regelung  der  Produktion  ausgleichend
und  fördernd  auf  die  Markt-  und  Konjunkturverhältnisse  eingewirkt, ­
  größere  Arbeitslosigkeit  verhindert  und  dem  Arbeiter, ­
  wie  dem  Unternehmer  stabilere  und  lohnendere  Erwerbsverhältnisse ­
  gebracht,  die  exportierende  Kleinindustrie
unterstützt  und  die  Macht  der  deutschen  Eisenindustrie  im
Kampfe  gegen  die  amerikanischen  Riesentrusts  gestärkt
hätten“.  An  anderer  Stelle  heißt  es  bei  Zöllner 8 );  „Die
häufig  in  der  Presse  und  Tagesliteratur  wiederkehrenden
Vergleiche  zwischen  der  ungezügelten  Preistreiberei  von  1900
und  der  zwar  kontinuierlichen  aber  bedächtlichen  und  maßvollen ­
  Steigerung  in  der  Hochkonjunktur  (1905—1907)
machen  einen  wohltuenden  Eindruck  und  lassen  die  Bestrebungen ­
  sowie  die  Erfolge  der  Verbandsleitung  nach  jener
Richtung  deutlich  hervortreten.  Bei  dauernder  Beibehaltung
dieser  Politik  seitens  des  Stahlwerksverbandes  und  der
übrigen  Eisenkartelle  darf  man  hoffen,  daß  an  die  Stelle
der  „scharfen  Zacken,  wie  sie  früher  die  graphische  Darstellung ­
  der  Preisbewegung  zeigte,  mit  der  Zeit  mehr  und
mehr  die  mittlere  Linie  tritt“  und  es  bei  entsprechender
Mitwirkung  der  übrigen  Industriekartelle  allmählich  erreicht
werden  wird,  daß  der  ganze  Auf-  und  Niedergang  im  deutschen ­
  Wirtschaftsleben  sich  nicht  mehr  weiter  von  der  goldenen ­
  Mittellinie  entfernt,  als  es  gewisse  unkontrollierbare
] )  Zu  dem  gleichen  Ergebnis,  daß  Krisen  durch  stark  miteinander
verbündeten  Kartelle  abgeschwächt  werden,  kommt  auch  v.  Wiese,  Die
Rheinisch-Westfälische  Eisenindustrie  in  der  gegenwärtigen  Krisis,
Schmoller,  Bd.  26,  p.  309  ff.;  ebenso  Steinmann-Bucher,  Ausbau  des
Kartellwesens,  p.  7  u.  8.
2 )  Zöllner,  Eisenindustrie  und  Stahlwerksverband,  p.  59.
s )  Ibid,,  p.  101.

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