Teile sofort in Betriebsvergrößerungen umgesetzt wurde,
man denke nur an die Schwierigkeiten, die der Stahlwerksverband
gegenüber den hochgeschraubten Beteiügungsforderungen
bei seiner Erneuerung zu bekämpfen hatte.
Alsdann aber kommt Tschierschky zu dem Resultat, daß
den größten Schaden an dem Umschwünge tragen „die Arbeiter
und Angestellten in erster Linie, die jetzt (1908 U.)
vor der Betriebseinschränkung oder gar Entlassung stehen.
Und es tragen ja nicht nur die Beteiligten der unmittelbar
betroffenen Industrien daran, sondern ein im einzelnen noch
gar nicht zu übersehender Kreis von Industrien und Gewerben.
Es wird also jetzt darauf ankommen, ob unsere
Großsyndikate, vor allem der Stahlwerksverband imstande
sein werden, dieser hier nicht ohne Absicht schwärzer geschilderten
Entwicklung, die schärfsten Spitzen abzubrechen
und dadurch etwa das heutige Lohnniveau der Arbeiterschaft
zu erhalten . . .“.
Daß unsere größten Kartelle in der Tat noch nicht immer
in der Lage gewesen sind, größeren Schwankungen in der
Konjunktur vorzubeugen, was indirekt auch zum Besten der
Arbeiter gewesen wäre, weil es für sie ebenfalls größere
Regelmäßigkeit der Beschäftigung bedeutet, dafür gibt uns
auch Liefmann 1 ) ein Beispiel: „Gerade in denjenigen Unternehmungszweigen,
in denen wir die festesten Kartelle haben,
in der Kohlen- und Eisenindustrie hat die letzte Periode
günstiger Konjunktur (1899, 1900 U.) eine so außerordentliche,
plötzliche Steigerung der Nachfrage gebracht, daß die
Zahl der Arbeiter ganz erheblich vermehrt werden mußte.
Diese Scharen konnten natürlich während der nachfolgenden
Depression nicht alle in Beschäftigung gehalten werden.
Wenn trotzdem die Arbeitslosigkeit während derselben verhältnismäßig
gering geblieben ist und unsere Volkswirtschaft
sich überraschend schnell von den Wirkungen dieses
Umschlages erholt hat, so ist das nicht zum. geringsten Teile
auch den Kartellen zu verdanken, welche einen erbitterten
Kampf um den Absatz und eine noch tiefere Depression
verhütet haben . Davon haben auch unsere Arbeiter zweifellos
große Vorteile gehabt.“
J ) Liefmann, Kartelle und Trusts, p. 70 u. 71.