III. Kartell und Konjunktur.
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dem sie fallen ihnen ohne weiteres und unbedingt zu, weit
in dieser Beziehung die Interessen der Unternehmer und Arbeiter
sich nicht feindlich gegenüberstehen, sondern parallel
laufen.
Immerhin läßt es sich nicht leugnen, daß auch hier
der Arbeiterschaft durch die Kartelle bei einem Mißbrauch
ihrer Machtstellung Gefahren drohen. Die Einschränkung
der Produktion könnte absichtlich derart vorgenommen werden,
daß sie der Nachfrage nicht genügt, einmal aus Gründen
der Preispolitik, um durch das Unterangebot den Preis zu
steigern, sodann aber auch aus Gründen der Lohnpolitik, um
dadurch ein Mißverhältnis zwischen Arbeitsangebot und
-Nachfrage herbeizuführen und auf diese Weise die Löhne
zu drücken. Für die Arbeiter würden beide Maßnahmen die
Entlassung eines Teiles zur Folge haben. Die sonst segensreiche
Wirkung der Produktionsregulierung würde in diesem
Falle in ihr Gegenteil verkehrt und Arbeitslosigkeit künstlich
heraufbeschworen werden. Jedoch hält Liefmann 1 ) die
Gefahr einer solchen Produktionsregulierung aus Gründen
der Preispolitik für gering und begründet diese Anschauung
damit, daß der Unterschied zwischen Gestehungs- und Verkaufspreis
besonders groß sein müßte, wenn dadurch derselbe
Gewinn wie bei normalem Absatz erzielt werden sollte. Eine
unverhältnismäßige Preissteigerung aber würde wiederum
mit Wahrscheinlichkeit eine Verringerung des Absatzes zur
Folge haben. Die Gefahr einer solchen Produktionseinschränkung
aus Gründen der Lohnpolitik ist noch geringer, denn
die Lohnherabsetzung müßte schon recht beträchtlich sein,
um hier einen besonderen Gewinn zu erzielen. Solche theoretischen
Erörterungen lassen freilich Zweifeln mancher Art
noch die Tür offen. Das Ideal wäre, das Problem möglichst
an der Hand von sicheren Tatsachenmaterialien zu untersuchen,
die aber, wie schon oben gesagt wurde, leider nicht
zu erlangen sind.
Auch für die Kontinuität des Arbeitsverhältnisses ist
die Höhe der Organisationsform eines Kartells, die Herrschaft,
die es über die Produktionsmenge auszuüben vermag,
von Wichtigkeit. Ein weniger entwickeltes oder ein erst in
der Bildung begriffenes Kartell wird noch viel weniger eine
*) Liefmann, Die Unternehmerverbände usw., p. 156.
U t» c h , Kartelle und Arbeiter
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