Full text : Lexikon der Handelsgeographie

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Genfer  See
hohen  Steuern  ohne  Gewinn  geblieben;
die  Ausfuhr  von  Goldwaren  (mit  Ausnahme ­
  der  Genfer  Ketten)  hat  fast  ganz
aufgehört,  und  die  nach  Rußland  und  den
Donaufürstentümern  geschickten  Uhren
bringen  keinen  Gewinn.  Dazu  hat  Frankreich'die ­
  Stadt  durch  den  Ban  von  Eisenbahnen ­
  immer  mehr  isoliert  und  dieselbe
fast  auf  den  Fremdenverkehr  beschränkt.
Der  13.  Aug.  1873  verstorbene  Herzog
von  Braunschweig  hinterließ  der  Stadt
sein  ganzes  Vermögen;  der  Staat  G.  erhielt ­
  davon  Erbschaftssteuer  1,9  Mill.
Mk.,  so  daß  die  Stadt  16  Mill.  Mk.  behielt. ­
  Über  G.  geht  der  schweizerische  Handel ­
  mit  Lyon,  Marseille,  Spanien  und
Algerien  und  bis  zur  Eröffnung  der  Gotthardbahn ­
  auch  mit  ben  östlichen  Mittelmeerländern ­
  und  dem  Orient.  —  Wechselkurse ­
  notiert  man  auf  Sicht  nttb  90
Tage  dato  auf:  Amsterdam,  belgische
Bankplätze,  Augsburg  und  München,
Berlin  und  andre  preußische  Plätze,  Dresden ­
  und  Leipzig,  Frankfurt  a.  M.,  Hamburg, ­
  Wien,  Paris,  Lyon,  Marseille
und  andre  französische  Plätze,  Florenz,
Genua,  Livorno,  Mailand,  Neapel,  Palermo, ­
  Nom,  Turin,  Venedig  (auf  italienische ­
  Plätze  in  Gold);  auf  London:  auf
Sicht,  3  Tage  nach  Sicht,  30  und  90  Tage
dato;  auf  Schweizer  Bankplätze:  auf  Sicht.
Genfer  See  (Lac  de  Genève,  Lac
Léman),  der  größte  See  der  Schweiz,  90
km  lang,  15  km  breit  (zwischen  Evian
und  St.'  Snlpice),  578  qkm  groß,  375  m
ü.M.  gelegen,  mit  einer  größten  Tiefe  von
309  in  (int  westlichen  Kleinen  See  aber
nur  75  m).  Er  bildet  für  die  drei  Kantone ­
  Genf,  Waadt  und  Wallis  und  für  Savoyen ­
  die  große  Straße,  welche  den  Warenaustausch' ­
  unter  ihnen  vermittelt;  er  wird
daher  schon  seit  langer  Zeit  von  größer«
Frachtschiffen  und  zahlreichen  Kähnen  und
Fischerbarken  befahren.  Die  Dampfschiffsahrt
  wurde  hier  zuerst  von  allen  Schweizer-Seen
  1823  eröffnet;  jetzt  befährt  denG.S.
die  Contpagnie  générale  de  Navigation
sur  le  Lac  Léman  à  Lausanne  mit  13
Raddampfern  (davon  1  Salondampfer,
2  Galleriedampfer,  3  Halbsalondampfer,
1  Remorqueur)  von  885  Pferdekräfteir
und  Ratlnl  für  8750  Personeit.  Diese

—  Genua.
Dampfer  wurden,  mit  Ausnahme  der
ersten  atts  Loitdon  bezogenen,  sämtlich  voit
Escher.  Wysp  u.  Komp,  in  Zürich  erbaut.
Das  Norduser  begleitet  die  Eisenbahn  von
Genf  über  Versoir,  Coppet,  Nyon,  Rolle,
Morges,  Lausanne,  Lutry,  Ctilly,  Vevey,
Montreur  nach  Villeneuve,  wo  sie  nach
St.  Mattrice  ant  Rhone  abgeht  und  sich
mit  der  von  Bouveret  über  Montsey  kommettden
  Liitie  vereinigt.
Gent  (Gand),  Hauptstadt  der  belg.
Proviitz  Ostflandern,  ant  Zttsamntettsluß
der  Schelde  und  Ley  (Lys)  und  an  schiffbaren ­
  Kanälen  (zur  Schelde  mit  mehreren
Armen,  zur  Nordsee  durch  ben  Kanal  von
Terneuzen  seit  1827,  nach  Brügge);  Station ­
  der  Bahnlinien  G.-Anvers,G.-Bruges
und  der  Belgischen  Staatöbahn;  (i87s)
130,671  Einw.  Deutsches  Konsulat;  Handelskammer, ­
  Handelsgericht;  Börse,  freies
Eittrepot,  Banque  de  Flandre.  —  Durch
die  genannte  Kanalverbindung  genießt  G.
die  Vorteile  einer  Seestadt;  Dampfer  verkehren ­
  regelntäßig  zwischett  hier  und  London. ­
  Es  liefen  1877  ein:  499  Handelsfahrzeuge ­
  von  157,871  Ton.  —  Sehr  bedeutend ­
  ist  die  Indu  st  r  i  e,  nanteittlich  die
Baumwollspinnerei  (29  Etablissements
mit  480,000  Spindeln  und  4800  Arbeitern, ­
  davon  eine  mit  10,000,  fünfzehn
attdre  mit  10,000  und  tnehr  Spittdeln),
die  Flachsspinnerei  (zwei  mit  51,000  und
44,000  Spindeln.  jede  mit  2000  Arbeitern), ­
  Leiitwand-  und  Segcltuchwebcrci,
Ölfabriken,  Zuckerfabriken  (Verbrauch
1877  ca.  62  Mill,  kg  Rüben)  und  starker
Handel  mit  Häuten  und  Fellen,  Kaninchen- ­
  und  Hasenhaaren,  Holz,  Korn,
Rüböl,  Flachs  rc.  —  Geld  und  Kurse  rc.
wie  in  Antwerpen.  M  a  ß  e  und  G  e  w  i  ch  t  e.
Gebräuchlich  sind  noch  für  ttngebleichte
Leinwand  die  Elle  (Autte)  =  0,765  in,
für  Flachs  der  Stein  (pierre)  von  6
Psd.  sowie  auch  die  PreiSstellung  in
Stübern  brabantisch.  P  l  a  tz  g  e  b  r  ä  tt  ch  e.
Verkauf  voit  Kartoffeln  für  100  kg,  Leinsaat ­
  nach  der  Tonne  von  HA  hl,  Salzfleisch ­
  nach  der  Tonne  von  120  kg  an.
Genua  (Genova),  Hauptstadt  der
gleichnamigen  ital.  Provinz,  am  Meerbusen ­
  von  G.  und  den  Bahnlinien  G.-Alessandria
  und  Nizza-Livorno;  Station
            
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