1870—1879: Bamberg (eine weitere Anlage 1913/14), Regensburg, Kempten (eine weitere
Anlage 1900/06), Bad Kissingen, Augsburg und Pirmasens.
1880—1889: München, Donauwörth, Neustadt b. Coburg, Speyer, Forchheim, Straubing,
Nürnberg, Deggendorf, Fürth, Lindau (Bodensee), Weißenburg i. Bay. (zwei weitere An-
lagen 1893 und 1905/06), Landshut, Passau, Landau i. d. Pf., Freising, Kaiserslautern,
Eichstätt.
1890—1899: Bad Reichenhall, Hof (eine weitere Anlage 1920/23), Neuburg a. d. Donau,
Erlangen, Coburg, Ingolstadt, Amberg, Marktredwitz, Rothenburg ob der Tauber, "Traun-
stein, Landsberg, Neumarkt i. d. OP£., Dillingen, Kaufbeuren, Ludwigshafen a. Rhein, Weiden
'leine weitere Anlage 1913/14), Neu-Ulm, Nördlingen, Selb (eine weitere Anlage 1922/23),
Memmingen und Rosenheim.
1900-1909: Ansbach, Frankenthal, Günzburg, Zweibrücken, Schwabach, Dinkelsbühl,
Aschaffenburg und Schwandorf i. Bay.
Die kreisunmittelbare Stadt Rodach b.. Coburg hat noch keine zentrale. Wasserlei-
sungsversorgung.
Abgesehen von den kreisunmittelharen Städten (einschließlich Bad Reichenhall, das
seit dem 1. April 1929 die Kreisunmittelbarkeit besitzt) und ihren Nebenorten, gab es am
1. Januar 1928 in Bayern 250 Städte, Märkte und sonstige größere Ortschaften
mit mehr als 2000 Einwohnern. Davon waren zu Beginn der Erhebung 46 noch
nicht oder nur in ganz geringem Maße durch Wasserleitungen versorgt. Von den übrigen
204 haben 203 Angaben über die Bauzeiten gemacht; darnach haben 11 in der Zeit von
1850—1879, 22 in den Jahren 1880—1889, 49 in den Jahren 1890—1899, 70 in den
Jahren 1900—1909, 31 in den Jahren 1910—1%19 und 20 seit dem Jahre 1920 eine
Wasserleitungsversorgung bekommen.
Von den 157 größeren Gruppen-Wasserversorgungen, welche bei der Er-
hebung bestanden, wurden 3 in der Zeit von 1880—1889, 18 in der Zeit von 1890— 1899,
46 in den Jahren 1900—1909, 56 in den Jahren 1910—1919 und 34 seit 1920 durchgeführt.
Wie anderwärts in Deutschland wurden auch in einigen bayerischen Städten Wasser-
versorgungsunternehmungen im Konzessionswege von Privatgesellschaften gebaut, die
sich das Recht einräumen ließen, die Bevölkerung gegen Entgelt mit Wasser zu versorgen,
Später gingen diese Werke auf die Gemeinden über. In der Stadt Kirchheimbolanden
vesteht noch ein solches Unternehmen.
Mit dem wachsenden Bedarf mußten natürlich die Wasserversorgungsanlagen im
Laufe der Zeit entsprechend erweitert werden. Solche Erweiterungen haben vielfach
wiederholt stattgefunden und werden immer wieder notwendig.
Einen erheblichen Anteil an der Wasserversorgung Bayerns hat das Landesamt
für Wasserversorgung. Nach den Plänen und unter der Bauleitung dieses Amtes
wurden bis Dezember 1928 im ganzen für 2822 Orte und Anstalten mit zusammen rund
L,a7 Millionen Einwohnern Wasserversorgungsunternehmungen durchgeführt. Unter teil-
weiser ‚ Mitwirkung des Landesamtes entstanden Wasserversorgungsunternehmungen für
398 Orte und Anstalten mit 0,77 Millionen Einwohnern. Diese Unternehmungen erforderten
ın Baukosten rund 136 Millionen Mark. An Zuschüssen wurden rund 17,5 Millionen Mark
gegeben. Besondere Bedeutung kommt unter diesen Unternehmungen den großen Gruppen-
versorgungen im wasserarmen Juragebiet sowie in der Pfalz und einigen anderen Ge-
genden Bayerns zu, in denen eine neuzeitliche Wasserversorgung nur durch den Zu-
sammenschluß mehrerer Gemeinden und Ortschaften möglich war. 3.
') Vgl. Bericht des Bayerischen Landesamtes für Wasserversorgung über die bis-
1erige 50 jährige Tätigkeit 1878 bis 1928 mit Geschäftsbericht über die Jahre 1927 und 1928. München 1929.