25. Titel: Unerlaubte Handlungen. & 840. 1711
verantwortlich fein. Sit dies der Fall, io ift im Berhältnitfe diefer
Berfjonen zu dem Dritten der legtere allein verpflichtet,
e8 jei denn, Daß fih aus dem Verhältnifie der mehreren Erfaßpflichtigen
zueinander eine abweidhende Verteilung der Erfaßhfliht ergibt, was inS-
befondere in den Fällen der SS 834, 838 der Fall fein kann (vgl. Bem. 11, b
zu 8 833, Bem. 7 zu 8 834, Bem. 11 zu 8 835, Bem. I zu S$ 836, Bem. 3
u:$ 837, Bem. 3 zu 8 838; f. audh Wland Bem. 2, d, Dertmann Bem. 2, b
ie SenTE Note 7). Sit der Tierhalter nicht nur auf Grund des S 833,
Jondern auch aus anderem KHechtsgrunde 3. B. gemäß $ 823) haftbar, fo
indet S 840 Abi. 3 feine AUnmendung (Urt. d. VDLG®. Stuttgart vom 17. De-
zember 1909 Recht 1910 Mr. 908).
„Dritter“ im Sinne des 8 840 Abt. 3 it audhH der auf Grund des
Saftpflidtgefeß es verantwortliche Eijenbahnunternehmer; ift alfo neben
Ddiefem eine andere Perfon auf Grund der $S 833—838 für den ent{tandenen
Schaden verantwortlich, fo haften zwar beide dem VBerleßten als Gefamt-
jOuldner (f. oben Bem. 1), dagegen ift in ihrem VBerhältnifie zueinander der
Eifenbahnunternehmerallein verpflichtet (fo mit eingehender und
überzeugender Begründung Urt. d. Reichsger, vom 24. Novvember 1902 RGE.
Bo 53 S. 121 Ff.; vol. hiezu die Kritijdhen a von Ed-Leonhard
S. 610 Anm. 3 und Aohler S. 487 Anın. 1; 1. aud NOS. Bd, 58 S, 336,
Bd. 61 S 63, Urt. d. Reichager. von 20. Januar 1910 Zur. Wichr. 1910 S. 235).
Anderfeits fan {ich der Eifenbahnunternehmer nicht etwa gegenüber
dem nach SS 833—838 neben ihın Erfaßpflidhtigen auf $ 840 Abi, 3 berufen,
fo daß im Berhältniffe zwifcen ihnen wiederum die U des 8 426 lab
griffe; denn die NuSnahHmevorfchrift des $ 840 Abi. 3 1äßt eine
analoge Ausdehnung auf ähnliche Zälle nicht zu (fo mit Recht
Urt. d. Meichsger. vom 27. Juni 1904 RGE. Bd. 58 S. 327 F.; and. Anf.
Dungs a. a. ©, zweifelnd Dertmann Bem. 2, d; f. auch Urt. d. Reichäger.
vom 19. Oktober 1905 Iur. Wichr. 1905 S. 734 ff).
Nach ROS, Bd. 58 S. 337. fol, wenn zwei Perfonen gemäß
38 833—838, 840 Abi. 1 als SGefamt{huldner haften, jeder nur zur Hälfte
Haften, meil jedem von ihnen dag Wusnahmerecht des S 840 AYbf. 3 zuitehe.
Diejer Anficht ftehen erhebliche Bedenken gegenüber (vgl. Bem. 5, h Abi. 2
zu $ 833 und RKOES. Bd. 53 S. 123). Noch bedenklicher erfcheint die Anficht
des Meichagerichts (Urt. vom 22. März 1909 RGE. Bd. 71 S. 7 ff; 1. auch
Urt. vom 20. Sanızar 1910 Warneyer Erg.-Bd. 1910 S. 131), daß der NRecht8=
gedankfe bes S 840 Wbf. 3 dazu führe, im VBerhältnifje zwifchen ©läubiger
und Schuldner, wenn auf der einen Seite GefährdungsShaftung, auf der
anderen Seite Haftung aus Verfchulden vorliegt, den Urheber der {Huldhaften
Handlung den Schaden allein tragen zu Iaflen (val. Bem. 6, e, & zu 8 833);
ähnlich Urt. d. YDLG. Naumburg vom 3. Mai 1910 Recht 1910 Mr. 3177.
Haften zwei Eifenbahnunternehmer dem Berlekten aus dem Haft-
pilichtgefebe, {jo mird das Recht de8 einen UnternehmerS auf Ausgleichung
nach S 426 nicht dadırch ausgefühlofen, daß er dem Verlebten auch aus
dem Vertrag erfabpflichtig it (Urt. d, Meichsger. vom 29. Mai 1905
NGE. Bd. 61 S. 56 ff.) .
Neber die Bedeutung des S 254 für die Unmwendbarkeit des S 840 f.
Urt. d. OLG. Dresden vom 24. Mai 1910 Seuff. Arch. Bd. 65 Nr. 213, fowie
RNGOR.-Komm. Bem. 3 und 8, Neber die Unanwendbarkeit der SS 840, 426
auf das Verhältnis des nach S$ 136 und des nach S 140 des GewUnfBerf®.
der Berufagenoffenfchaft gegenüber Haftpflichtigen f. Urt. d. NMeidhsger. vom
1. Juli 1910 Hecht 1910 Nr. 3329.
e) Eine weitere Ausnahme von dem Grundfaße des S 426 enthält 8 841
(f: die Bem. hiezu); val. auch S 1833 Abf. 2 Saß 2 und Ben. 10 3u S 1833,
{owie Art. 115 Saß 2 des bayr. Motariatsgef, vom 9. Juni 1899.
Soweit hienach im Verhältnifje mehrerer Erfabpflichtiger zueinander einer allein
verpflichtet ijt, fann der andere, wenn er Schadenserfaß geleiftet hat, gegen den allein
VBerpflichteten Regreß nehmen, wenn er Schadenserfaß noch nicht geleiltet hat, von dem
allein Berpflichteten verlangen, daß diefer ihn von der Verbindlichkeit zum Schadenserfaße
befreie (8 257; MM. II, 737 f.; 1. auch S 426 und Bem. hiezu). Ueber die Frage der
Anwendbarkeit des 8 422 |. Urt. d. Meicdhsger. vom 11. Janıar 1906 Kecht 1906
S, 293 ff; vol. au Urt. d. Reichsger. vom 1. Yuli 1907 Recht 1907 S. 1136.
8. Nach ESG. Art. 95 bleiben die dem Gefinderedht angehöürenden landesgefeglichen
Vorfchriften unberührt. Eine Abweichung von den Beftimmungen des S 840 WUbf. 2
BOB. kann aber durch folche Vorfchriften nicht fejitgefebt werden (E®. Art. 95 Ybi. 2).