der neuen, auf den Namen Kloman und Phipps lautenden
Gesellschaft beteiligt war; der Vertrag enthielt eine Klausel,
die Miller unter Protest unterzeichnete, wonach seine Teil-
haberschaft mit einer Frist von sechzig Tagen gekündigt
werden konnte.
Nur wenige Monate später zeigte, sich die wahre Be-
deutung dieser Klausel: ihm wurde gekündigt, er hatte sich
in einer gesetzlichen Schlinge gefangen und konnte, da er
den Vertrag unterzeichnet hatte, nichts tun, als vergeblich
protestieren. Es stellte sich heraus, daß der Friedensengel
bei dieser Abmachung zur Austreibung Millers geschickt
intrigiert hatte, um sich selbst als Teilhaber in das Unter-
nehmen hineinzuschmuggeln. Er tat es nicht direkt: er lieh
seinem Bruder "Thomas M. Carnegie die nötigen Gelder,
damit er als Teilhaber eintreten könne, und kalkulierte,
wie er seinerzeit selbst zugab, daß bei Millers Aus-
scheiden die Hälfte seines Anteils an der Eisenschmelze auf
Thomas M. Carnegie überschrieben würde. Miller konnte
nichts dagegen tun.
Auf diese Art erzwangen die Brüder Carnegie ihren Ein-
tritt in die Eisenindustrie. Keiner von beiden war in dieser
Branche in die Lehre gegangen; keiner von beiden hatte die
geringsten technischen oder sonstigen Kenntnisse vom
Prozeß der Eisenbereitung. Die Geschicklichkeit Andrew
Carnegies zeigte sich lediglich‘ in seiner Funktion als
„Friedensstifter“, indem er die Zwistigkeiten der Teilhaber
untereinander zu seinem Vorteil auszunutzen wußte. Bei
einer derartigen Sachlage war es für ihn verhältnismäßig
leicht, aus der Eifersucht und Geldgier der anderen zu
profitieren, besonders da er über das zu erfolgreichen Eisen-
unternehmungen nötige Kapital verfügte. Seine Verbin-
dungen mit dem Eisenbahnwesen und ähnlichen Geschäfts-
zweigen sowie seine Stellung als Beamter setzten ihn in-
stand, eine große Ausdehnung der Eisenindustrie voraus-
zusehen. Er erkannte, wie diese Ausdehnung sich auf höchst
vorteilhafte Weise in Geld umsetzen ließ, wenn man die
interessierten hohen Eisenbahnbeamten als „stille Teil-
haber“ ins Geschäft aufnahm und sich von ihnen Aufträge
besorgen ließ, an deren Ausführung sie einen pekuniären