Full text : Die Kommunalbesteuerung in Italien

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nisse  im  ganzen  kaum  verschoben.  Die  Familiensteuer  erbrachte  i.  J.
1907  (nach  den  Etats)  im  ganzen  Königreich  23,08  Mill.  L.  gegenüber
184,33  Mill.  L.  der  staatlichen  Einkommensteuer  i.  J.  1907/8,  soweit
ihre  Erhebung  auf  Rollen  beruht 1 ),  i.  J.  1912  lieferte  erstere  32,58  Mill.
gegenüber  245,72  Mill.  L.  der  letzteren  i.  J.  1912/13 *  2  3  *  * ).  Die  Ergiebigkeit ­
  der  Familiensteuer  steht  gewiß  zu  der  der  staatlichen  Steuer
in  gar  keinem  Verhältnis,  wenn  z.  B.  in  Genua  erstere  i.  J.  1912
(nach  dem  Voranschlag)  345000  L.  lieferte  gegenüber  von  mehr  als
10  Mill.  L.  der  letzteren  (nach  den  Steuerrollen)  i.  J.  1907.  In
anderen  Städten  liegen  die  Dinge  nicht  viel  anders.
Die  Familiensteuer  ist,  zu  starr  in  einem  Klassenschematismus
eingeengt,  nicht  genügend  beweglich,  um  sich  dem  steigenden  Finanzbedarf ­
  anzuschließen;  ihre  Ertragssteigerung  beruht  im  ganzen  viel
mehr,  wie  an  anderer  Stelle  (oben  S.  151  f.)  näher  dargelegt,  auf  einem
Zuwachs  von  Gemeinden,  die  sie  neu  einführten,  als  auf  einer  Entwicklung ­
  von  innen  heraus.  Bei  der  starken  Differenzierung  der  Vermögen ­
  und  der  Einkommen,  bei  der  reichen  Arbeitsteilung  und  Berufsgliederung ­
  ist  sie  mit  ihrer  Veranlagung  nach  äußeren  Klassenmerkmalen ­
  nicht  fähig,  der  steuerlichen  Leistungsfähigkeit  der  Einzelwirtschaften ­
  zu  folgen.  Sie  ist  ihrer  ganzen  Anlage  nach  nicht  nur
nicht  geeignet,  als  Mittel  der  Ausgleichung  der  Gesamthelastung,  vorzugsweise ­
  der  Verbrauchsbesteuerung  zu  dienen,  sondern  sie  steigert
vielfach  noch  den  auf  den  unteren  Klassen  ruhenden  Steuerdruck
und  führt  zu  Härten,  namentlich  bei  ungenügender  Wahrung  des
Existenzminimums 8 ).  Aufgabe  der  künftigen  Gemeindesteuerpolitik

51  Provinzhauptorten,  die  die  Familiensteuer  erhoben,  nach  Landesteilen  geschieden,
i.  J.  1907  (berechnet  nach  den  Ergebnissen  der  Statistica  sulle  finanze  comunali
per  1’  1907,  Bd.  I):

Familiensteuer:
Norditalien  1703800
Mittelitalien  2  482  304
Süditalien  444  750
Inseln  320000

imposta  di  riech,  mobile:
17048160
29061526
2332221
1084560

Königreich  4950854  49626467
')  Dazu  71,50  Mill.  L.  Einnahmen  aus  der  durch  direkten  Abzug  bei  der
Auszahlung  durch  öffentliche  Kassen  eingehobenen  Steuer.
3 )  Dazu  83,26  Mill.  L.  mittels  direkten  Abzugs.  Vgl.  Annuario  statistico
it.  1913.
3 )  Eine  wesentliche  und  bemerkenswerte  Erleichterung  auch  von  der  Familiensteuer,
  wie  von  den  Zuschlägen  zur  Grund-  und  Gebäudesteuer,  brachte  für  die
wirtschaftlich  schwächeren  Klassen  das  Gesetz  v.  15.  Juli  1906  (N.  383)  für  Süd-
            
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