Full text: Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russisch-Polen und dem Deutschen Reiche und die sich daraus für den Friedensschluss ergebenden Folgerungen

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Im Durchschnitt der Jahre 1905—1909 wurden insgesamt 
192 000 000 Pud — 62 899 200 Zentner Getreide geerntet. Auf 
den Kopf der Bevölkerung kam sonach eine Getreideernte von 
15 Pud — 246 kg, auf das qkm Fläche eine Ernte von 1300 
Pud = 21 t.*) 
Die Kartoffelernte ist sehr groß; sie beträgt jährlich etwa 
300 Millionen Pud — 98 280 000 Zentner. 
An Heu werden etwa 100 Millionen Pud jährlich ge 
erntet.**) 
Der Zuckerrübenbau in Polen unterlag ziemlichen Schwan 
kungen. In einzelnen Bezirken wurden in Einzeljahren bis zu 
23 %. der gesamten dem Ackerbau dienenden Fläche mit Zucker 
rüben bestellt.***) Die 49 Zuckerfabriken in Polen hatten im 
Jahre 1905/06 11 912 172 dz Nüben verarbeitet, die auf einer 
Anbaufläche von 59 133,59 ha geerntet waren. 
Der Viehbestand Polens im Jahre 1910 betrugt) 
Gouverne 
ments 
Be 
völkerung 
in 
1000 
Pferde 
Hornvieh 
Schafe, Widder 
Schweine 
4 Jahre 
und 
ältere 
Anzahl 
in 1000 
unter 
4 Jahre 
alte 
Anzahl 
in 1000 
auf 
100 
Ein 
wohner 
Anzahl 
in 
1000 
auf 100 
Ein 
wohner 
Anzahl 
in 
1000 
auf 100 
Ein 
wohner 
Anzahl 
in 
1000 
auf iv» 
Ein 
wohner 
Warschau 
2 482,0 
129 
37 
12 
354 
25 
157 
ii 
78 
5 
Ka lisch 
1 126,7 
82 
30 
12 
201 
21 
89 
9 
44 
5 
Kielce 
965,2 
88 
19 
12 
183 
21 
23 
3 
22 
3 
Lomscha 
683,6 
73 
15 
15 
165 
28 
114 
19 
30 
5 
Lublin 
1 508,3 
167 
53 
17 
339 
26 
163 
13 
127 
10 
Petrikan 
1 933,4 
86 
15 
9 
214 
19 
77 
7 
24 
2 
Plozk 
700,0 
72 
24 
16 
200 
34 
151 
26 
40 
7 
Radom 
1 080,8 
83 
22 
11 
210 
22 
69 
7 
60 
6 
Suwalki 
667,3 
88 
15 
18 
122 
21 
132 
23 
70 
12 
Siedlcz 
981,9 
100 
33 
16 
292 
35 
165 
20 
76 
9 
Forstwirtschaft. Das Weichselgebiet hat ein Waldareal von 
2 812 000 Desjätinen — 3 072 110 ha bezw. 30 721,1 qkm 
Forsten. In Deutschland deckt der Wald 25,9 % der gesamten 
Bodenfläche, während (vergl. oben Seite 9) in Polen die 
Wälder nur 18% Gesamtfläche bedecken. 
Eine geordnete Waldwirtschaft fehlt. Etwa 1 h 0 des Waldes 
gehört den Bauern, 3 I 10 der Krone und %<> dem privaten Grund- 
*) Ballod S. 19. 
**) Friedrichsen S. 60. 
***) Zweig S. 72. 
t) Ballod S. 13.
	        
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