Full text : Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russisch-Polen und dem Deutschen Reiche und die sich daraus für den Friedensschluss ergebenden Folgerungen

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Möglichkeit  der  deutschen  und  polnischen  Fabriken  nach  Rußland
durch  zollfreie  Einfuhr  von  Zement  in  Rußland  gewährleistet
wird,  womit  gleichzeitig  der  von  der  deutschen  Zementindustric
seit  langem  beklagte  und  scharf  bekämpfte  Zustand  beseitigt  würde,
daß  die  Einfuhr  russischen  Zements  nach  Deutschland  zwar  zollfrei ­
  erfolgen  konnte,  die  Ausfuhr  deutschen  Zeinents  nach  Rußland ­
  aber  einem  Zoll  von  0,12  Rubel  pro  Pud  unterlag.  —
Wenn  somit  auch  einigen  polnischen  Industrien  durch
einen  Anschluß  Polens  an  Deutschland  gewisse  Nachteile  entstehen
ivürden,  so  kann  dadurch  doch  die  w  i  r  t  s  ch  a  f  t  -
l  i  ch  e  Notwendigkeit  eines  Anschlusses  Polens ­
  an  Deutschland  nicht  in  Frage  gestellt
werde  n.  Abgesehen  davon,  daß  bei  der  Frage  der  zukünftigen
Gestaltung  Polens  für  Deutschland  nur  das  Interesse  der
deutschen  Volkswirtschaft  maßgebend  und  entscheidend  sein
kann,  sind  überdies  auch  die  einzelnen  polnischen  Industrien  erwachsenden ­
  Nachteile  gegenüber  dem  sonst  für  ganz  Polen  unter
deutschem  Einfluß  zu  erwartenden  Aufblühen  der  weiteren  Entwickelung ­
  nicht  ins  Gewicht  fallend,  zumal  sie  sich,  wie  wir  gescheit
haben,  durch  entsprechende  Regelung  der  zukünftigen  Handelsbeziehungen ­
  mit  Rußland  zum  größten  Teil  auch  beseitigen  lassen.
Ganz  unverhältnismäßig  schwerer  würden  die
Schäden  und  Nachteile  sein,  die  die  deutsche
Industrie  und  der  deutsche  Haitdcl  erleiden
m  ü  ß  t  e  n  ,  >v  e  it  n  Polen  nicht  an  D  e  u  t  s  ch  l  a  n  d
käme,  oder  w  e  n  n  im  Falle  der  Errichtung
'  eines  s  e  l  b  st  ä  n  d  i  g  e  n  Polnischen  Reiches  den
Interessen  Deutschlands  nicht  durch  deutsche
Oberhoheit  Geltung  verschafft  würde.  —
So  sehr  dies  aber  auch  immer  von  neuem  betont  werden
iituß,  so  muß  leider  allem  Anschein  nach  doch  mit  der  Möglichkeit ­
  gerechnet  werden,  daß  größere  und  wichtigere  Teile  Polens
iticht  an  Deutschland,  sondern  an  Österreich  angegliedert  werden.
Schon  jetzt  ist  zwischen  den  verbündeten  Staaten  Deutschland  und
Österreich  eine  Teilung  des  besetzten  Gebietes  in  der  Weise  erfolgt, ­
  daß  die  Grenze,  an  der  Drei-Kaiserecke  beginnend,  sich  zunächst ­
  in  nördlicher  Richtung  der  Warschau—Wiener  Bahn  entlang ­
  hinzieht,  um  alsdann  nach  Osten  umzubiegen  und  in  der
Gegend  von  Tomaschow  die  Pilitza  zu  erreichen.
Es  darf  wohl  erwartet  werden,  daß  diese  Grenze  lediglich
als  ein  P  r  o  v  i  s  o  r  i  u  m  gewählt  ist,  da  eine  Bahnlinie ­
  niemals  als  eine  geeignete  Grenzlinie
zwischen  zwei  Staaten  a  n  z  u  s  e  h  e  n  ist;  einer  die
Grenze  bildenden  Bahn  würde  jede  Möglichkeit  einer  weiteren
            
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