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Farbenf abriken vorm. Friedr. Bayer & Co.,
Leverkusen bei Cöln.
Die Firma Friedr. Bayer wurde 1850 gegründet und, nachdem sie im August 1863 von
den Herren F. Bayer und F. Weskott in die Firma Friedr. Bayer & Co. umgeändert war,
1881 in eine Aktiengesellschaft unter der Firma Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co.
umgewandelt.
Im Jahre 1891 begann die Übersiedelung der Firma nach Leverkusen bei Köln, dem
heutigen Sitz des Unternehmens. Vorsitzende des Aufsichtsrats sind Geh. Regierungsrat
Dr. v. Böttinger, Mitglied des Herrenhauses, und Geh. Kommerzienrat Friedrich Bayer. Das
Direktorium, dessen Vorsitzender der Generaldirektor Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Dr. ing.
C. Duisberg ist, besteht aus 15 Mitgliedern, denen noch 42 Prokuristen zur Seite stehen.
Das Betriebskapital beläuft sich auf 36 Millionen Mark Aktien, 25 Millionen Mark Obliga
tionen und 14 Millionen Mark Reservefonds. Das Personal der Firma umfaßte Anfang 1913
ca. 7900 Arbeiter und über 2100 Beamte, einschließlich der Filialen.
Die Farbenfabriken vertreten den Grundsatz, daß sie nicht ausschließlich Geschäfts
unternehmung sind, sondern daß sie auch soziale und ethische Aufgaben zu erfüllen haben.
Denn nur durch deren Lösung kann das für alle Teile so förderliche und befriedigende Gefühl
der Zusammengehörigkeit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zustande kommen und
dauernd gestärkt werden. Deshalb hat die Fabrik, und zwar durchaus unabhängig
von der Lohnfrage, eine stetig wachsende Reihe von Einrichtungen zur Hebung der
materiellen Lage, zur Verbesserung der Lebensführung, zur Hebung der allgemeinen Bildung
und zur Förderung der Geselligkeit geschaffen.
Die gesamten Wohlfahrtseinrichtungen umfassen 5 größere Abteilungen:
Einrichtungen zur Hebung der materiellen Lage.
Kassen und Prämien.
Einrichtungen auf dem Gebiete des Bildungswesens einschl. Vereine.
Stiftungen einzelner Personen.
Anhang: Die Stellung des Arbeiters innerhalb der Organisation des
Unternehmens.
Die Gebiete der Abteilungen greifen teilweise ineinander über; für die Trennung sind
im wesentlichen verwaltungstechnische Gründe maßgebend gewesen.
Die erste Abteilung, die „Wohlfahrtsabteilung“, untersteht einem ehemaligen Pionier-
Offizier, Hauptmann Wernicke, die dritte, die „Zentralstelle für Bildungswesen“, leitet ein
Bibliothekar, der das preußische Staatsexamen gemacht hat, Dr. phil. H. Caspari, an der
Spitze der fünften steht ein „Sozialsekretär“, Dr. rer. pol. H. Schultze. Die Angelegenheiten
der Abteilungen zwei und vier werden je nach dem Inhalt der Einrichtung von den ge
nannten Herren oder der in Betracht kommenden Fabrikabteilung geordnet.
Sämtliche Einrichtungen werden, soweit nicht einzelne Ausnahmen in der Natur der
Sache selbst liegen, von Ausschüssen von Beamten und Arbeitern unter dem Vorsitz des
betreffenden Abteilungsvorstandes verwaltet. Bei den besonderen Einrichtungen für weib
liche Werks- und Familienangehörige wirkt in bestimmten Fällen auch der Frauenverein
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