Object: Holländische Wirtschaftsgeschichte

tabakfabrikation wurde nach holländischem Muster eingerichtet). 
Auch die Hamburger Fabrikanten bezogen ihren Rohtabak meist 
aus Holland; erst Mitte des 18. Jahrhunderts wurde Varinastabak, 
den bisher stets Amsterdam geliefert hatte, direkt aus den spanischen 
Kolonien nach Hamburg eingeführt?). Bremer Häuser errichteten 
nun Niederlassungen in Amsterdam, um den Kanaster und andere 
beliebte dortige Sorten von hier zu beziehen?). Nach dem sieben- 
jährigen Krieg nahm die holländische Tabakindustrie ab. Sowohl 
für den Handel wie die Industrie wurden nun auf dem Kontinent 
Hamburg und Bremen die Hauptmittelpunkte*). 
Wichtig war die Papierindustrie. Ende des 16. Jahr- 
hunderts gab es Papiermühlen bei Dordrecht®), und Anfang des 
17. Jahrhunderts wurde in der Veluwe Papier hergestellt. Höheren 
Aufschwung gewann diese Industrie, nachdem 1672 viele Papier- 
macher aus Gelderland nach Nordholland, namentlich Zaandijk, 
geflüchtet waren, wo mehrere Papiermühlen für Grau- und Weiß- 
papier errichtet wurden‘). Auch in Leiden, Gouda, Groningen ent- 
standen Fabriken. Mitte des 18. Jahrhunderts beschäftigten die 
Papierfabriken an der Zaan etwa 130 Arbeiter, meist Frauen. Die 
Ausfuhr des holländischen Papiers war zeitweilig recht lebhaft”). 
In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts nahm diese Industrie stark 
ab infolge des französischen und belgischen Wettbewerbes, der durch 
die von diesen Ländern erlassenen Ausfuhrverbote auf Lumpen 
noch verschärft wurde®). Auch auf diesem Gebiete schadete das 
1) Ebenda, S. 25 ff. 
2?) Bericht des holl. Residenten Buys in Hamburg 18. Januar 1754 (Reichs- 
archiv Haag). 
3 W. von Bippen, Geschichte der Stadt Bremen, III, 259. 
4) Everwijn, II, 787; vgl. auch Econ. Histor.. Jaarboek VII, (1921), 
S. 204 f. 
5 Japikse, Resolutien, VII, 474: 
$) Honig, I, 242:/Volkmann, S. 354: jährlich: über 80 000. Ries 
von den Papiermühlen an der Zaan hergestellt, das blaue und graue Papier nicht 
gerechnet; Everwijn;,: II; 396 If. 
7) Ferner, S. 458; nach Brugmans, Statistiek, S. 168, betrug 
1667/68 die Einfuhr von Papier in Amsterdam 181 808, die Ausfuhr 41 179 Riemen. 
Nach Luzac III, 375 versorgte das holländische Papier lange Zeit Frankreich, 
Spanien, Portugal fast ausschließlich; Genua verlor diesen Handel. 
8) Heinse, Reise nach Holland, S. 297: die nordholl. Papierfabriken 
stellten nur Schreibpapier her; das Druckpapier beziehe man aus Rouen. 
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