Full text : Holländische Wirtschaftsgeschichte

schen Inseln ihre Erzeugnisse nach Amsterdam schickten!). Auch
Essequebo, wo der Einfluß Seelands überwog, lieferte seit 1661 viel
Zucker in das Mutterland. Ebenso entwickelte sich in Berbice im
18. Jahrhundert eine Zuckerproduktion, an der Amsterdam finanziell
stark interessiert war und die nicht ungünstig arbeitete. Doch litten
alle diese Kolonien an Sklavenmangel und schlechter Verwaltung.
Hinter den französischen Kolonien stand ihre Produktion weit zurück.
 Während 1788 die gesamten französischen Kolonien 188 350000
Pfund Zucker erzeugten, die englischen im Durchschnitt der Jahre
1781—1785: 158 Millionen Pfund, betrug die Produktion der holländischen
 Kolonien nur 18 Millionen Pfund?).
Großem Wandel waren die Salzsiedereien unterworfen.
 Salz war von altersher ein wichtiger Einfuhrartikel aus
Spanien, Portugal, Frankreich, und ging von den Niederlanden
weiter rheinaufwärts oder nach der Ostsee. Für das aus jenen
Ländern eingeführte Salz suchte man schon frühzeitig einen Ersatz
 dadurch, daß man das Seesalz durch Raffinierung aus dem
Seewasser gewann; so bestanden in Rotterdam mehrere Salzsiedereien,
 ebenso in Edam und Dordrecht?). Später gab man diese
Salzbereitung auf, da für das Einsalzen der Heringe sich das spanische
 und französische Salz besser eignete; man führte nun rohes
Stein- und Seesalz heran, löste es in Seewasser oder in süßem Wasser
auf und verdampfte die so gewonnene Lake in offenen Pfannen.
Auch dieses Salz ging vielfach nach auswärts, und eifrig bekämpfte
man Maßregeln, die diesen Export beeinträchtigen konnten, so ein
1649 vom Kurfürsten von Mainz errichtetes Salzmonopol*). Später
nahmen diese Salzsiedereien ab. Mit dem schwindenden Salzhandel
verloren sie ohnehin an Bedeutung®). Für die Fischindustrie wurde
1) Vgl. hierüber unten im 8 8.
7 Reesse, S.'212ff., 225,
°) Memoires s. le commerce des Hollandois, S. 36; Ferner, S. 455; Le
Moinedel’Espine, {IS 46; Bijlsma„, Rott. Welvaren, S. 109; Koch,
S. 10; van Rijswijck, Dordtsche Stapelrecht, S. 110.
4) Diferee, Geschiedenis, S. 168. Mit dem von Holland kommenden
Salz war man nicht immer zufrieden; vgl. die Beschwerde der Königsberger über
ganze Schiffsladungen Salz, der von faulen Seefischen rieche, z797 (Rachel,
Handels- und Zollpolitik usw., S. 437).
°) Die Wichtigkeit des holländischen Salzes für den Kölner Handel wird noch
in einer Denkschrift von 1798 betont (Schwann, I, 67).

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