Full text: Organisation

10 
Einleitung, 
auch diese aber sind abgeleitet von dem griechischen 
Wort Organon, das Handwerkszeug oder Instru 
ment; also ein Mittel, um bestimmte Zwecke zu errei 
chen. Schon ini Altertum bekam dieser Begriff gei- 
sügen Gehalt; man nannte auch die Logik (des Aristo 
teles) so als Werkzeug richtigen Denkens. Dann aber 
wurde er musikalisch und bedeutete unsere Orgel; das 
Handwerkszeug hieß lateinisch Jnstrumentum und das 
Organische wurde mit einem neuen Gedanken verknüpft, 
dem des Lebens. Man sah hier in den Organismen 
(Pflanzen und Tieren) ein Naturganzes vor sich, worin 
sämtliche Teile sich gegenseitig wie Mittel und Zweck 
einander verhalten, und dem Ganzen dienen und einen 
Zusammenhang bilden, der die Erhaltung des einen 
von der des anderen Teiles abhängig macht. Eine 
besondere Lebenskraft, die lange totgesagt heute unter 
anderen Namen (Entelechie, Dominanten, Determi 
nanten usf.) wieder ganz munter lebt, dachte man sich 
als diesen eigentümlichen Zusammenhang bedingend. 
Durch die Wechselwirkung der Teile oder Glieder trat 
jeder Organismus in Gegensatz zu der einseitigen Wir 
kung eines Mechanismus; dadurch unterscheidet sich 
diese Anordnung eines Systems auch von vielen ande 
ren Anordnungen, die nur ein Nebeneinander, kein 
Miteinander zeigen. 
Dieser Begriff des Organischen nun ist es, den wir 
heute auch auf Verhältnisse der Menschen untereinander 
anzuwenden gewohnt sind. Soll hier das Bild passen, 
so darf man es auch nur sinnvoll verwenden; eine grö 
ßere Anzahl verschieden gearteter Menschen muß den 
Teilen oder Gliedern entsprechen; und eine besondere
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.