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Einleitung,
auch diese aber sind abgeleitet von dem griechischen
Wort Organon, das Handwerkszeug oder Instru
ment; also ein Mittel, um bestimmte Zwecke zu errei
chen. Schon ini Altertum bekam dieser Begriff gei-
sügen Gehalt; man nannte auch die Logik (des Aristo
teles) so als Werkzeug richtigen Denkens. Dann aber
wurde er musikalisch und bedeutete unsere Orgel; das
Handwerkszeug hieß lateinisch Jnstrumentum und das
Organische wurde mit einem neuen Gedanken verknüpft,
dem des Lebens. Man sah hier in den Organismen
(Pflanzen und Tieren) ein Naturganzes vor sich, worin
sämtliche Teile sich gegenseitig wie Mittel und Zweck
einander verhalten, und dem Ganzen dienen und einen
Zusammenhang bilden, der die Erhaltung des einen
von der des anderen Teiles abhängig macht. Eine
besondere Lebenskraft, die lange totgesagt heute unter
anderen Namen (Entelechie, Dominanten, Determi
nanten usf.) wieder ganz munter lebt, dachte man sich
als diesen eigentümlichen Zusammenhang bedingend.
Durch die Wechselwirkung der Teile oder Glieder trat
jeder Organismus in Gegensatz zu der einseitigen Wir
kung eines Mechanismus; dadurch unterscheidet sich
diese Anordnung eines Systems auch von vielen ande
ren Anordnungen, die nur ein Nebeneinander, kein
Miteinander zeigen.
Dieser Begriff des Organischen nun ist es, den wir
heute auch auf Verhältnisse der Menschen untereinander
anzuwenden gewohnt sind. Soll hier das Bild passen,
so darf man es auch nur sinnvoll verwenden; eine grö
ßere Anzahl verschieden gearteter Menschen muß den
Teilen oder Gliedern entsprechen; und eine besondere