Full text: Organisation

I. Die Grundurteile der Politik. 17 
v. d. Pfordten, Orgauisativu. 
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Staaten. Die Ungleichheit erscheint einmal als ein 
Nebeneinander, das andere Mal als ein Nacheinander, 
bleibt aber immer dieselbe. Organisieren heißt Men 
schen zu gemeinsamer Leistung vereinigen, ohne diese 
Mannigfaltigkeit vergewaltigen zu wollen; jeden an 
seinem Platze, nach seinen Fähigkeiten, nach dem Dienst, 
den gerade er der Sache leisten kann. Diese Denk 
weise hat Gemeinsames mit aller Tatsachen-Wissen- 
schaft, sowohl Naturwissenschaft und Psychologie, als 
Historie und entspricht einem sachlichen, auf die Wirk 
lichkeit gerichteten Denken. 
Genalt das Gegenteil gilt vom Prinzip der Gleich 
heit, richtiger, da eben die Ungleichheit Tatsache ist, des 
Gleichmachenwollens, als Gleich-Ansehens, Gleich- 
Heit-Fingierens, auch da wo sie nicht ist. Es ist ratio 
nalistisch, künstlich, gewaltsam und entspringt einer me 
chanisch-materialistischen Welt-Auffassung. Man niuß 
die Unterschiede absichtlich übersehen und ignorieren 
wollen, um irgendwie zu einer Gleichheit zu gelangen; 
das aber ist der Typus der mathematischen Betrach 
tungsweise, die auch von der ganzen reichen Fülle der 
Natur abstrahiert, um nur die leere Quantität und die 
schematischen Formen übrig zu behalten. Genau so 
muß man der Natur Gewalt antun, um sie durch die 
inathematisch-inechanische Brille zu sehen, wie den 
Menschen, wenn man sie als gleiche Kräfte mechanisch 
anspannen will, wie etwa sechs Pferde vor einen 
Wagen. Völlig konsequent versagt das mathematisch 
mechanische Schematisieren bei den Organismen der 
Natur, den Pflanzen und Tieren, wie bei den Gebil 
den aus lebenden Menschen, den Organisationen.
	        
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