Full text: Organisation

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I. Die Gmndurteile der Politik. 
Leistung sind stets noch viele Glieder (analog den Orga 
nen) gegeben und nötig, die als lebendige Menschen 
ihren Willen in den Dienst der gemeinsamen Sache 
stellen müssen; und so lautet die Formel für die Orga- 
nisation: Freiheit in Gebundenheit. 
Das läßt sich sogar an einer menschlichen Leistung 
erweisen, die wohl die meiste Freiheit in der Form von 
Willkür enthält, an der Kunst. Der Künstler muß sein 
Ich sehr stark, wenn auch nicht völlig schrankenlos, wal 
ten lassen, und es sind zunächst nicht seine Mitmen- 
schen, die ihn beschränken. Dagegen ist alle auf die 
Reproduktion angelegte Kunst voller Beispiele für 
Organisation; eine Theater-Aufführung mit ihrer 
Rollen-Verteilung, ein Orchester sind geradezu Typen 
davon. Und der schaffende Künstler, der die entsprechen 
den Formen wählt, muß darauf Rücksicht nehmen; 
freilich der Lyriker nicht, noch der Porträtmaler usw. 
Alle Merkmale der Organisation finden sich aber dort 
gegeben; nicht jeder kann erste Geige spielen, nicht 
jeder die Hauptrollen. Aber jeder bis zum letzten muß 
eine gewisse Freiheit in den Dienst des Ganzen stellen; 
lediglich mit Kommando geht es da so wenig als nur 
mit Willkür. Es ist ein klarer und deutlicher Kompro 
miß von Eigentun und Gebundenheit. 
Im Weltkrieg sind die Rollen in dieser Beziehung so 
ziemlich schematisch verteilt; alle Völker erstreben 
Organisation, besonders in allem, was dem Kriege 
4 selbst dient, dann aber auch für die Leistungen der 
! Zivilbevölkerung (Brotkarte, Ersparnisse; aber auch 
. soziale Fürsorge aller Art). Der Russe gibt viel zu viel 
: Gebundenheit in die Mischung, der Romane zu viel 
Willkür; der Deutsche sucht den Ausgleich und hat
	        
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