Full text: Organisation

1. Me Grimdurteile der Politik. 
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Wirkens und der Gemeinschaft überragt dabei unbe 
dingt den des Einzelnen und hat das erste und höhere 
Recht; der Einzelne aber erwirbt Rechte nur durch seine 
Leistung in und für die Organisation — genau wie bei 
der zweiten Staatstheorie. Erfassen jener und ihrer 
Geltung ist eine Vorschule für diese und ihre dauernde 
Bestätigung. 
Derartige Erwägungen führen unweigerlich zuletzt zu 
der sogen, organischen Staatstheorie, der man am besten 
die Fassung gibt: der Staat ist die Organisation des 
Volkslebens. Nicht aber: der Staat ist ein Organis- 
musft denn das Bildliche des Ausdrucks bleibt auch 
beini Staat, der nie ein Organismus sein, nur mit 
einem solchen verglichen werden kann. Dagegen wird 
in ihm das ganze Volk genau in demselben Sinne 
organisiert, wie eine Anzahl Menschen bei einer der 
vielfachen Einzelorganisationen. Ausgeschlossen ist dann 
die atomistische Zusammensetzung des Staates aus 
gleichartigen Teilen; streng behauptet das Zusammen 
wirken des Verschiedenen in ihm. Ausgeschlossen die 
mechanische Auffassung aller Leistungen oder Funk 
tionen in und für ihn; festgehalten das dem lebendigen 
Organismus gleichende Wachsen, Blühen, Sichent- 
wickeln. Der Gedanke wird zur Norni; der Staat 
soll als eine Organisation angesehen und behandelt 
werden und darf nicht als Sunime gelten, denn er ist 
etwas anderes und inehr als die Teile. 
Vieles folgt dann daraus, was hier nur angedeutet 
werden kann. Als Gesamtzweck der großen Volks 
organisation kann man bezeichnen die Erhaltung eines 
bestimmten historisch gewordenen Kulturzustandes und 
die Entwicklung auf ein daraus abgeleitetes Kultur
	        
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