Full text : Organisation

HI.  Das  Führerproblem.

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bar  geschrieben  steht:  „eigenes  Denken  höflichst  verbeten". ­
  Unterrichten  heißt  für  die  meisten  Lehrer:
seine  eigene  Meinung  deni  Schüler  aufzwingen;  anstatt ­
  durch  Überzeugung  und  Suggestion  die  gewünschte
ähnliche  Ansicht  zu  erwecken.
Werden  nun  gar  die  Pläne  einer  sogen.  Einheitsschule" ­
  verwirklicht,  dann  gute  Nacht  für  die  Erziehung
zum  Führer;  das  wird  der  volle  Triumph  der  breiten
Mittelmäßigkeit.  Das  Prinzip  der  Aristagie  widerspricht ­
  jeder  öden  Gleichmacherei;  der  Mensch  ist
nur  ethisch  oder  religiös  betrachtet  gleich,  weil  die
ethische  Forderung  an  alle  geht.  Also  vor  dem  Ethos,
vor  dem  Recht  (als  dem  erzwingbaren  ethischen  Minimum) ­
  und  vor  Gott.  Niemals  aber  in  intellektueller,
künstlerischer  oder  praktischer  Hinsicht;  nie  im  Hinblick
auf  die  Leistung,  die  irdischen  Ziele  und  Zwecke.  Und
da  hier  die  Menschen  nicht  gleich  geartet  sind,  so  ist  es
auch  kein  Ideal,  sie  künstlich  so  machen  zu  wollen  oder
zu  behandeln,  als  seien  sie  es.  Wenn  diese  durchgehends
auf  Phraseologie  aufgebauten  Absichten,  die  Schulverhältnisse ­
  zu  uniformieren,  anstatt  sie  der  empirischen
Verschiedenheit  anzupassen,  durchdringen  sollten,  so
würde  die  Einbuße  an  Führern  noch  fühlbarer  werden,
als  sie  es  jetzt  schon  ist.
Die  einzige  große  Institution,  die  es  versteht,  systematisch ­
  Führer  heranzubilden,  ist  noch  immer  das
preußisch-deutsche  Militär^.  Allerdings  mit  starken
Einschränkungen  in  bezug  auf  das  Thenm;  hier  wie  in
den  folgenden  Fällen  werden  Erwachsene  behandelt,
deren  Charaktereigenschaften  schon  ausgeprägter  sind.
Und  von  geistiger  Führung  ist  im  allgemeinen  weniger
die  Rede,  höchstens  im  Generalstab;  die  „Anführer"-
            
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