Art der Veröffentlichung Sl
entscheiden. Jedenfalls ist es aber ratsam, sich vorher
über den Charakter einer Zeitschrift und den Kreis ihrer
Mitarbeiter zu erkundigen.
Mit der Veröffentlichung in einer Zeitschrift muß man
sich auch die Bedingungen gefallen lassen, die als allge-
meine Norm für die Mitarbeiter Geltung haben. Man
wird den Wünschen des vielgeplagten Redakteurs nach
Möglichkeit zu entsprechen suchen und nicht gleich mit
einem „Sint ut sunt aut non sint“ antworten. Hinsicht-
lich der äußeren Form, namentlich in Behandlung der Zi-
tate, Abkürzungen und Anmerkungen, wird man sich nach
den bestehenden Gepflogenheiten des Organs zu richten
haben und auch bezüglich des Inhaltes wird die Rücksicht
auf den Leserkreis in manchen Punkten maßgebend sein
müssen.
Dafür kann man dann auch seiner Rechte sich freuen
und insbesondere das festgesetzte Honorar und die übliche
Zahl der Sonderabdrücke in Empfang nehmen. Sollte eine
größere Anzahl dieser Abzüge erwünscht sein, so kann
man dieselben gewöhnlich leicht erhalten bei rechtzeitiger
Meldung seines Wunsches und gegen Abzug der Druck-
kosten vom Honorar.
In der Regel wird es beiderseits wünschenswert er-
scheinen, daß der Verfasser nach der Drucklegung wenig-
stens eine Korrektur seiner Arbeit zur Durchsicht und
allenfalsigen Berichtigung erhält.
Mit Recht hat man hinsichtlich der Zeitschriften einen biblio-
graphischen Mikbrauch gerügt, der leider noch vielfach besteht, nämlich
das „Bandwurmsystem“ oder die über Gebühr sich hinausschleppenden
Fortsetzungen von Aufsätzen über dasselbe Thema. Die Leser können
bei solchem Verfahren, bei dem ihnen ein wissenschaftliches Werk von
150 oder mehr Seiten in einer endlosen Reihe von Fortsetzungen mit
monatlichen oder vierteljährigen Unterbrechungen vorgesetzt wird, un-
möglich auf dem Laufenden bleiben. Auch der beste Magen wird
schließlich dabei doch den Appetit verlieren. Es ist daher mit Josef
Sickenberger (Theol. Revue 5 [1906] 96 f) im Interesse der Zeitschriften
wie der Mitarbeiter und Leser sehr zu wünschen, daß solche Mißbräuche
möglichst abgestellt werden.
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