fullscreen: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Bestimmung der Zuckerarten. 
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In 25 ccm dieser Lösungen wird der Zucker nach Meißl und Allihn (S. 230) 
gewichtsanalytisch oder nach Fr. Soxhlet (S. 227) maßanalytisch bestimmt. 
In beiden Fällen erhält man aus der gefundenen MengeGlukose durchMultiplikation 
mit 0,90 die Menge der vorhandenen Dextrine (vergl. auch Tabelle VII am Schluß). 
Das höchste Ergebnis der drei (1, 2 und 3 Stunden lang gekochten) Lösungen 
wird als das richtige angenommen; in der Regel wird man nur die 3 Stunden 
lang erwärmte Lösung zu untersuchen haben. 
ß) Bestimmung der Zuckerarten durch Polarisation. Das polarimetrische 
Verfahren der Zuckerbestimmung findet vorwiegend nur Anwendung bei Bestimmung 
der Saccharose, ferner auch zur Bestimmung der Glukose. Es ist natürlich nur 
dann anwendbar, wenn keine sonstigen optisch aktiven Verbindungen in der Lösung 
vorhanden sind. 
Als Polarisationsapparate sind in analytischen Laboratorien vorwiegend die 
Dolarisationsapparate von Mitscherlich, Laurent und Wild mit Kreisgradteilung 
(Halbschattenapparate) in Gebrauch, während die Farbenapparate von Soleil- 
^ entzke-Scheibler und Soleil-Dubosq und der Halbschattenapparat von 
Schmidt und Hänsch mit Zuckerskala vorwiegend in der Fabrikpraxis in Ge 
brauch sind. 
Als Lichtquelle dient bei den Halbschattenapparaten eine Natriumflamme oder 
Auer-Licht, bei den Farbenapparaten eine gewöhnliche Gasflamme. Die Polarisation 
nimmt man durchweg bei 17,5° vor. 
1. Bestimmung der Saccharose. Die spezifische Drehung der Saccharose 
beträgt bei 17,5° = + 66,5°. Polarisiert man eine Saccharoselösung im 200 mm-Eohr 
bei 17,5°, so entspricht 1° Drehung im Polarisationsapparate von: 
Saccharose in 100 ccm 
Mitscherlich, Laurent, Schmidt u. Hänsch, Wild mit Kreisgradteilung 0,76 
koleil-Yentzke-Soheibler, Schmidt und Hänsch mit Zuokerskala. . 0,26048 
Soleil-Dubosq mit Zuckerskala 0,16350. 
In der Praxis verfährt man bei der Bestimmung der Saccharose jedoch 
'neist so, daß man diejenige für jeden Apparat bestimmte Menge Eohsubstanz (das 
rAormalgewicht“) abwiegt, welche zu 100 com mit Wasser gelöst, direkt den 
rozentgehalt an Saccharose abzulesen gestattet, und diese Lösung polarisiert. 
Das Normalgewicht beträgt für 100 ccm Lösung für den Polarisations- 
a Pparat von: 
Mit sch erüch, Laurent, Schmidt u. Hänsch, Wild mit KreiBgradteilung 75000 g. 
Sol eil-Yentzke-Scheibler, Schmidt und Hänsch mit Zuckerskala . JgJ» » 
Soleil-Dubosq 
Polarisiert man diese Lösungen im 200 mm-Eohr, so bedeutet 1 Drehung 
10 /o Saccharose; nur bei den Apparaten mit Kreisgradteilung würde eine Losung, 
welche 75 g Saccharose in 100 ccm Lösung enthält, zu konzentriert sein, man 
verwendet daher Lösungen, welche nur 15 g Substanz in 100 ccm Losung enthalten; 
man muß daher die gefundenen Grade mit 5 multiplizieren. 
2. Bestimmung der Glukose. Bei verdünnten (bis zu 14 g wasserfreie 
Glukose in 100 ccm enthaltenden) Glukoselösungen beträgt die spezifische Drehung 
dei ' Glukose -f 53° während sie bei konzentrierteren Lösungen nicht unerheblicn 
größer ist. 
Da die krystallisierte Glukose Birotation xe' g , tün ^g em Erwärmen auf 
nach 24-stündigem Stehen in der Kälte oder nach /i B 
100° vorgenommen werden.
	        
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