Full text : Die doppelte kaufmännische Buchhaltung

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Einleitung.

stets  handelt  es  sich  um  möglichst  gewinnbringende  Ausnutzung
des  in  der  Unternehmung  werbenden  Kapitals  —  so  sind  damit
auch  die  Richtlinien  des  Verrechnungswesens  gegeben:  Jede  Wirtschaftsführung ­
  dieser  Art  hat  mit  der  Feststellung  des  Vermögens
und  des  Kapitals  der  Unternehmung,  d.  h.  mit  dem  Inventar
und  der  Inventarbilanz,  zu  beginnen.  Der  Erfolg  kann  durch
Aufzeichnung  des  für  einen  späteren  Zeitpunkt  vorhandenen
Kapitals  in  einem  Schlußinventar  und  einer  Schlußbilanz  ermittelt ­
  werden.  Durch  diese  beiden  Vermögensaufnahmen  ist
die  wirtschaftliche  Lage  einer  Unternehmung  für  zwei  weit  auseinanderliegende ­
  Zeitpunkte  festgestellt  und  damit  eine  Vergleichungsgrundlage ­
  1 )  von  verhältnismäßiger  Bedeutung  gewonnen, ­
  deren  Wert  aber  erheblich  herabgemindert  wird  durch  zahlreiche ­
  Fehlermöglichkeiten  und  Fehlerquellen.  Überdies  fehlt  diesem
Augenblicksbild  eine  zuverlässige  Analyse  des  Wirtschaftserfolges.
Die  zahlenmäßige  Beschreibung  der  wirtschaftlichen  Lage
einer  Unternehmung  als  Ganzes,  als  Einheit,  für  einen  bestimmten
Zeitpunkt  allein  genügt  weder  in  wirtschaftlicher  noch  in  rechtlicher ­
  Hinsicht.  Wenn  die  Chronik  die  wirtschaftlichen  Verhältnisse ­
  vollständig  und  klar  aufzeichnen  soll,  dann  muß  sie  auch
das  Ineinanderspielen  der  wirtschaftlichen  und  rechtlichen  Vorgänge ­
  innerhalb  jenes  Zeitraumes  bloßlegen,  der  durch  Anfangsund ­
  Schlußinventar  begrenzt  ist.  Diese  Forderung  führt  zu  einer
ununterbrochenen  Aufzeichnung  aller  Ereignisse  —  Geschäfts  fälle
nennt  sie  die  Buchhaltungslehre  —,  die  einen  bestimmenden  Einfluß ­
  auf  die  Zusammensetzung  und  den  Geldwert  des  Kapitals,
des  Vermögens  und  der  Schulden  haben.  Die  chronologische  Aufzeichnung ­
  dieser  Ereignisse  ist  nicht  Selbstzweck,  sie  stellt  bloß
„den  in  Geld  ausgedrückten  Gang  des  Geschäfts“,  „die  ziffermäßigen
  Tatsachen  der  Wertbezeichnung  dar“  (v.  Stein).
d)  Untersucht  man  die  wirtschaftlichen  Handlungen  des
Unternehmers  und  die  Ereignisse  näher,  so  findet  man  eine
größere  oder  kleinere  Zahl  ihrem  Wesen  und  ihrer  Wirkung  nach
i)  „Die  kaufmännische  B.  will  gewissermaßen  nur  die  erste  und  letzte
Ordinate  der  Kurve,  welche  die  Vermögensveränderungen  im  Laufe  eines
Zeitraumes  darstellt,  miteinander  vergleichen,“  Schnapper-Arndt,  Zur
Theorie  und  Geschichte  der  Privatwirtschaftsstatistik.  Sonderabdruck  aus
dem  Bulletin  de  Finstitut  international  de  statistique;  tome  XIII,  2.
            
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