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Personifikationstheone.
Die Gewinn- und Verlustkonten zeigen die Wertvermehrun
gen des eigenen Kapitals rechts, dessen Wertminderungen links.
Faßt man hingegen die Zu- und Abnahme auf den ein
zelnen Konten an sich ins Auge, so ergibt sich folgendes Bild:
Links Vermögen und Verluste. Rechts
Abnahme derVermögensbestä nde )
Abnahme des Verlustes
+
' Zunahme der Vermögensbestände
Zunahme des Verlustes
Links
Schulden, Kapital und Gewinne.
Rechts
(Abnahme d. Schulden u.d. Kapit. I Zunahme d. Schulden, d. Kapit.
\ Abnahme des Gewinnes
Zunahme des Gewinnes
f
+
Auch diese Auffassung führt zu zwei Kontengruppen; Konten
der Vermögensbestände und der Verluste, Konten der (recht
lichen und der wirtschaftlichen) Schulden und der Gewinne.
Das Kapital ist als wirtschaftliche Schuld aufgefaßt (S. 135).
2. Die Personifikation der Konten versucht (S. 42, 45, 58) die
zweiseitige Verrechnung durch Geben und Empfangen, durch
Personifikation der Konten als Kreditor und Debitor ohne
Anwendung eines algebraischen Zeichens zu erklären. Die
personalistische Kontentheorie der italienischen Schule (Cer-
boni, Mondini u. a.) sieht in den Konten Darstellung per
sönlicher Forderungs- und Schuld Verhältnisse, nimmt „Soll“
und „Haben“ wörtlich als den Ausdruck von Schuld und
Forderungen (vgl. S.42); sie unterscheidet:
a) juristische oder Konten der Korrespondenten, welche
Rechtsverhältnisse zum Ausdruck bringen.
b) Agenten oder spezifische Konten für Vermögensteile, die
Konten als Verwalter gedacht.
c) ökonomische oder Inhaber-Konten für die Verrechnung
des Erfolges.
3. Eine logische Fortsetzung der Personifikation ist die soge
nannte Geschäfts- oder Einkontentheorie 1 ). Sie lehrt: Die
J ) Literatur: Berliner, Schwierige Fälle der kaufmännischen Buch
führung und deren Lösung. 3. Aufl. Hannover 1909 (hier zitiert nach
der 1. Aufl. 1893). Berliner, 50 Leitsätze zur Theorie der kaufm. Buch
haltung. Hannover 1906. W. Kreukniet, Zur Theorie der doppelte ' Buch
haltung, Linz a. D. 1896. Lang-Gehr, System und Wesen der doppelten Buch
haitung, 3. Aufl. Stuttgart \ 913. Kohlmann, Theorien unserer Doppelbuch
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