Full text : Die doppelte kaufmännische Buchhaltung

134

Zweikontentheorie.

bauer 1 ),  Hantschel  (Anfangsgründe  des  einfachen  und  doppelten ­
  kaufm.  Buchhaltens,  Wien  1840)  vorbereitet,  wurde
zum  erstenmal  in  streng  logischer  Darstellung  von  HügU  in
dessen  schätzenswertem  Buche,  Buchhaltungssysteme  und
Buchhaltungsformen,  Bern  1887,  im  Zusammenhang  dargestellt ­
  2 ).  Diese  Theorie  unterscheidet  aktive  und  passive
Vermögensteile  und  versteht  darunter  Vermögen  und  Schulden; ­
  der  Wertunterschied  beider  ist  das  Rein  vermögen  oder
Kapital.  Sie  lehrt:  Es  sind  zwei  „Kontenreihen“  3 )  zu  unterscheiden ­
  :
a)  Bestands-Konten,  Konten  der  Vermögensbestandteile,
Vermögensbestands-Konten.  Sie  führen  Rechnung  über
die  Veränderungen,  Zunahme  uad  Abnahme  in  den  aktiven ­
  und  passiven  Vermögensteilen.  Das  Soll  auf  den
Konten  dieser  „Reihe“  bedeutet  Eingang,  Zunahme,  Vermehrung, ­
  Plus 4  * ).  Das  Haben  bedeutet  Verminderung,
Abnahme,  Ausgang,  Minus.
b)  Konten  des  Reinvermögens,  Kapital-Konten,  Erfolgs-Konten
(„stellvertretende“  Konten  nach  Augspurg).  Sie'haben
die  infolge  des  Geschäftsbetriebes  herbeigeführten  Veränderungen ­
  des  Anfangskapitals  bzw.  des  anfänglichen
Reinvermögens 6 )  durch  Gewinne  und  Verluste,  also
Kosten  und  Erträge,  darzusteilen.  Das  Soli  bedeutet  auf
Größen.  Belasten  bedeutet  demnach  Addition  von  Plus-  und  Subtraktion
von  Minus-Größen,  Erkennen  die  Subtraktion  von  Plus-  und  Addition  von
Minus-Größen.  Seine  Theorie  stimmt  äußerlich  mit  der  Einkontentheorie
überein.  Andere  Zweikontensysteme  entwickeln  Friocourt,  La  comptabilitö
  moderne,  Paris  1897,  Lefwre,  La  comptabilite,  thöorie,  pratique  et
enseignement,  Paris  1883.
D  Lehrbuch  der  kaufm.  Buchführung,  Wien  1850.
2 )  Vgl.  auch  dessen  Buchhaltungsstudien,  Bern  1900.  Das  Für  und
Wider  der  materialistischen  Kontentheorien  verfolgt  man  am  besten  in
den  Aufsätzen  der  Z.  f.  B.,  etwa  seit  1894.
3 )  Gottschalk  (1865),  a.  a.  0.  S.  146,  330,  unterscheidet  a)  Vermögensoder ­
  Bestands-Konten  zur  Beobachtung  der  aktiven  und  passiven  Vermögensbeslände,
  b)  Betriebs-Konten  zur  Ermittlung  des  Betriebsaufwandes, ­
  der  Produktion,  der  Gewinne  und  Verluste.
*)  Die  Zahlung  von  Schulden  auf  der  Plus-Seite!
‘)  Das  anfängliche  Reinvermögen  wird  als  Gewinn,  das  schließlich®
als  Verlust  auf  der  Minus-Seite  des  Kapital-Kontos  verrechnetl
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.