Full text : Die doppelte kaufmännische Buchhaltung

Verlust

Diskontwechsel.

Aus  der  Darstellung  ist  zu  folgern:
1.  Der  Wert  des  Wechsels  nähert  sich  dem  Nennwert,  je
näher  er  dem  Verfalltag  kommt.
2.  Die  Diskontierung  der  vorhandenen  Diskontwechsel  am
Jahresschluß  als  Bewertung  vorhandener  verzinslicher  Wechselforderungen ­
  bewirkt  ein  Hinüberschieben  des  Diskontgewinnes
pro  rata  temporis  in  das  nächste  Bilanzjahr.
Man  kann,  wie  es  französische  Fachschriftsteller  fordern,
den  rechnungsmäßigen  Rückdiskont  des  Wechselvorrats  mit
einem  Sonder-Konto  (reescompte  du  portefeuille)  verrechnen 1 ).

Gewinn-  und  Verlust-Konto.

Gewinn

2.  Rückdiskont-Konto

50  jl.  Diskont-Konto  150
Deutsche  Fachschriftsteller  verlangen  die  Verbuchung  dieses
Rückdiskonts  auf  einem  „transitorischen  Diskont-Konto“  (deutlicher ­
  wäre:  Diskontvortrags-Konto)  oder  auf  einem  Sammel-Konto
  für  transitorische  Aktiva  und  Passiva  (vgl.  II.  Band
Erfolgsregulierungsposten);  beides  ist  überflüssig.
3.  Wurde  der  Nennwert  des  Wechsels  dem  Kunden  in  laufender ­
  Rechnung  gutgeschrieben,  so  wird  er  als  Wechselbestand
in  der  Jahresbilanz  und  als  überfälliger  Posten  im  Kontokorrent
des  Kunden  diskontiert.  Diskontverlust  und  Diskontgewinn
gleichen  sich  aus,  falls  der  Wechseldiskont  mit  dem  Kontokorrentzinsfuß
  übereinstimmt.  Wird  eine  Rimesse  als  Vortragsrimesse ­
  behandelt,  dann  sollte  man  diesen  Wechsel  entweder
ohne  Diskont  in  die  Vermögensbilanz  einstellen  oder  als  Wechsel
diskontieren  und  vom  Gesamtdiskont  der  Wechselbestände  den
Diskont  der  Vortragsrimessen  in  Abzug  bringen 2  3  4 ).
4.  Steigt  der  Diskont  bis  Ende  des  Jahres,  in  unserm  Beispiel ­
  etwa  auf  6  %  (=  M.  60  Diskont  auf  obigen  Wechsel),  oder
fällt  er  (etwa  auf  4  %  =  M.  40  Diskont),  so  ändern  sich,  die
Anrechnung  dieser  Diskontsätze  angenommen,  die  Gewinnanteile
der  beiden  Bilanzjahre.

M  Vgl.  Barre,  a.  a.  O.  S.  218.
5 )  Gautsch,  Erläuterungen  über  die  Aufstellung  einer  Bankbilanz  mh
besonderer  Berücksichtigung  des  transitorischen  Konto.  Wien  1884.
            
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