Full text: Holländische Wirtschaftsgeschichte

englisch-französische Krieg den schottischen Handel zeitweise völlig 
unterbrach. Man dachte’ an eine Verlegung des Stapels, die aber 
auf Wunsch des Königs unterblieb!). Der englische Bürgerkrieg 
brachte in die Verhältnisse des Stapels große Verwirrung und nahm 
ihm erheblich an Bedeutung. Nach 1649 wurde auch von Schott- 
land aus wieder auf genauere Beobachtung des Stapels geachtet: 
Selbst während des ersten englischen Krieges veränderte er sich 
nicht. Später erreichte die Behörde in Veere sogar, daß Kohle 
Stapelware wurde und daß 1658 von den schottischen Kohlen- 
grubenbesitzern für die Ausfuhr von Kohlen nach den Nieder- 
landen Veere als einziger Bestimmungshafen anerkannt wurde?). 
Doch ging ein großer Teil des Stapelhandels aller Verbote 
ungeachtet schon längere Zeit nach Rotterdam; seit 1662 er- 
strebte dieses den Stapel für sich®). Sehr schädlich für diesen 
war der 1665 ausbrechende Krieg zwischen England und den 
Niederlanden, die seit Jahrhunderten der . beste Absatzmarkt 
für schottische Ausfuhrartikel gewesen waren. Nach dem 
Kriege suchte Dordrecht den Stapel an sich zu ziehen. Hier 
war immer schon ein illegitimer schottischer Handel gewesen. Jetzt 
kam man den Schotten weit entgegen mit Verheißungen aller Art*). 
So siedelte 668 der. Stapel;nach. Dordrecht 
über. Hier schienen die Aussichten günstig zu sein; die schot- 
tischen Kohlengrubenbesitzer wollten sich mit der Stadt einigen, 
um hier den ganzen schottischen Kohlenhandel mit dem Kontinent 
zu konzentrieren, während er bisher zum größten Teil nach Rotter- 
dam gegangen war. Das reizte diese Stadt, der Dordrecht schon 
den englischen Stapel abspenstig gemacht hatte; und es gelang 
Rotterdam, den oben erwähnten Beschluß durchzusetzen, wonach 
alle Privilegien der Merchant Adventurers und Schotten als nichtig 
erklärt wurden, da keine Stadt einen Kontrakt schließen könne, 
der anderen in derselben Provinz schädlich sei®). Trotzdem blieb 
der Stapel in Dordrecht, wo aber der schottische Handel nicht 
1 Rooseboom;,;S..168: 
).Rooseboom, S. 192. 
äöRooseboom, S. 1977 te Lintum, S. 197 
Rooseboom, S. 210£.)te Lintum,S. 215. 
’) Rooseboom,S.217; teLintum, S. 214. Die späteren Kontrakte 
von 1675—1780 bei Perrels, S. 64f. 
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