Kalkulatorische Buchführung.
277
VIII. Kalkulatorische Buchführung'. Die allgemeinen Kosten
(Betrieb und Vertrieb) werden auf Sonder-Konten ■verbucht.
Für die Zwecke einer kalkulatorischen Buchführung werden in
dem S. 278 angegebenen Beispiel die Kostenanteile von den
Sonder-Konten allmonatlich auf Fabrikations-Konto übertragen.
Die im Laufe des Monats durch die Kalkulation der Einzelfabrikate
(der „Kommissionsnummern“) rechnungsmäßig ermittelten
Kostenanteile dieser Fertigfabrikate werden in entsprechend
eingerichteten Kalkulationsbüchern oder Sammellisten
summiert und diese Summe als „verrechnete“ Kosten auf Warenfabrikations-Konto
übertragen. Die Sonder-Konten werden
demnach belastet für die Ausgaben, erkannt für „verrechnete“
Kostenanteile 1 ). Die Saldi geben am Jahresschluß die noch
nicht verrechneten Kosten bzw. die Kalkulationsdifferenzen
an 2 ). (In anderen Fällen dienen die Sonder-Konten nur statistischen
Zwecken, d. h. der summarischen Darstellung der Einzelausgaben.
Die Saldi solcher Konten werden dann monatlich
durch Übertragung auf Fabrikations-Konto kompensiert ohne
Unterscheidung, ob die Kosten auf Einzelaufträge [Kommissionsoder
Werkstattnummern] verrechnet sind oder nicht [S. 273,
280 IV]. Oder man bucht die Saldi beim Bücherabschluß auf
f^owinn- und Verlust-Konto ab. (Vgl. S. 264 f-, 270.)
IXa. Als Studienmaterial sei schließlich das vollständige
Kontierungsschema 3 ) eines Hüttenbetriebes wiedergegeben, d. h.
«ines technisch und infolgedessen auch rechnerisch komplizierten
Fabrikationsbetriebes mit zahlreichen Haupt- und Hilfsbetrieben
sowie einer zerlegenden Kostenverbuchung.
! j ln den Beispielen II und V wurden die Gesamtkosten übertragen.
Die dort angeführte Unkostenverbuchung ist unabhängig von der Kalkulation
der Einzelfabrikate.
2 ) Doch kann man die Obortragungsbuchungen so handhaben, daß
aur die Kostenanteile der verkauften Waren von den Hilfs-Konten auf
l'abrikations-Konto erscheinen; dann zeigt dieses Konto den bisher erzielten
Gewinn.
3 ) Lilienihal, S. 22 f., bringt ein solches für eine großbetriebliche
Werkzeugmaschinenfabrik.