Finanzoperationen.
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Der Gewinn kann in Zinsgewinn und Kapitalgewinn durch
Umbuchung der Zinsendifferenz auf Ein- und Rückzahlungen
auf Zinsen-Konto Haben zerlegt werden. Vielfach läßt man
den Gesamtgewinn in den Effektengewinnen aufgehen (Kon-
sortial an Effekten 15 810). Eine „stille“ Reserve wird dadurch
geschaffen, daß der bereits verrechnete Gewinn unter die „Kre
ditoren“ der Bilanz auf genommen oder zu übermäßigen Ab
schreibungen verwendet wird; oder man bewertet die in natura
empfangenen Effekten geringer.
Die nicht abgewickelten Konsortialbeteiligungen sind zu
bewerten, etwaige Verluste durch Rückstellung oder Abschrei
bung in den Büchern zum Ausdruck zu bringen.
C. Das „Konto dauernder Beteiligungen“, „Kommandit-
Kapital-Konto“ verrechnet Kapital-Beteiligungen von verhältnis
mäßiger Dauer, deren Ertrag einem Sonder-Konto überwiesen
w ird. Die dauernde Beteiligung in der Form der Aktienüber-
aahme wird man von dem übrigen Effektenbesitz schon wegen
des Rentabilitätsnachweises trennen müssen.
35. Abschnitt.
Buchungen von Finanzoperationen 1 ).
I. Gründungen, Kapitalerhöhungen der Aktienvereine:
1. Beispiel. Bargründung 100 Mül. Aktienkapital, Ein
zahlung 50 % zuzüglich 12 % Aufgeld auf das Grundkapital.
Die Gründungskosten trägt das Übernahmekonsortium.
a) Buchungen des Aktienvereins;
Konto der Aktionäre an Aktienkapital-Konto 100
„ ,, „ „ Reserve-Konto 1 12
Kasse, Bank-Konto an Einzahlungs-Konto 62
Einzahlungs-Konto an Konto der Aktionäre 62
x ) Privatwirtschaftslehre, §§ 52—61. Gerstner, Interessante Fälle
aus der Buchhaltungspraxis, Leipzig 1920. Berliner, Schwierige Fälle I.
3- Aufl. Hannover 1909.