Full text : Die doppelte kaufmännische Buchhaltung

Vorwort.

N eu  anfgenommen  wurden:  je  ein  Kontiernngsbeispiel  für  eine
Metallwaren-  und  eine  Maschinenfabrik,  ein  Beispiel  für  das
Kontenkartensystern,  ein  Abschnitt  über  Buchungen  von  Finanzoperationen; ­
  ferner  eine  Erweiterung  des  Abschnittes  über  Buchführung ­
  und  Recht  (Eigentum  svorbehalt,  Sicherungsübereignung,
Steuerrecht),  endlich  ein  Versuch,  die  doppelte  Aufschreibung  im
System  der  doppelten  Buchführung  zwanglos  zu  erklären.
Die  Buchführung  ist  ein  Instrument  der  Wirtschaftsführung:
je  verwickelter  die  wirtschaftlichen,  rechtlichen  und  technischen
Vorgänge  in  den  Einzelwirtschaften  werden,  um  so  schwieriger  wird
die  zweckentsprechende  Anwendung  der  an  sich  einfachen  Grundsätze ­
  der  Verrechnungstechnik.  Der  vorliegende  Grundriß  ist  kein
Lehrbuch  der  Buchführung,  die  Betrachtungsweise  ist  eine  grundsätzliche ­
  und  kritische,  das  Beschreibende  tritt  zurück.  Wer  die
Technik  des  Bücherführens  sich  aneignen  will,  wird  auf  irgendein ­
  Lehr-  oder  Übungsbuch  zurückgreifen  müssen.  Die  Buchführung
ist  eine  Forschungsmethode  der  Einzelwirtschaftslehre  der  Erwerbswirtschaften, ­
  keine  Wissenschaft  mit  eigentümlichem  Inhalt.  Eine
wissenschaftliche  Vertiefung  der  Darstellung  ist  möglich,  wenn  die
Buchführung  nicht  als  Selbstzweck  sondern  als  Mittel  zum  Zweck
einer  Analyse  und  Synthese  der  Einzelwirtschaften  aufgefaßt  wird;
als  ein  Mittel,  das  es  ermöglicht,  die  Tatsachen  des  wirtschaftlichen
Lebens  einer  Einzelwirtschaft,  soweit  sie  in  Aufwand  und  Leistungen
ziffermäßig  meßbare  Wirkungen  äußern,  festzuhälten,  sie  nachträglich
kritisch  zu  verarbeiten  und  daraus  Lehren  für  die  Zukunft  zu  ziehen.
In  der  stärkeren  Verbindung  der  Verrechnungstechnik  mit  der
Rechts-  und  mit  der  Wirtsehaftslehre  liegt  die  Entwicklungsfähigkeit
der  Buchführung  als  wissenschaftliche  Methode.
Berlin,  im  Juli  1921.

Leitner.
            
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