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und ich habe schließlich in Aristoteles einen gegenständ gefunden, der
für mich beide Leiten verband. Zu Aristoteles stand ich in einem
eigentümlichen Verhältnis: der tiefste grundzug feines Strebens
konnte meiner mehr dualistischen Denkweise nicht entsprechen, aber
in der Lebensgesialtung und der Lebensweisheit habe ich ihn stets
als einen großen Weisen verehrt. Ühnlich ging es mir mit goethe,
bei dem mir ebenfalls tiefste Überzeugung und Lebensweisheit ein
ander nicht voll zu entsprechen schienen.
Jene Verbindung von Philologie und Philosophie führte mich
zu meiner voktorarbeit über die Sprache des Aristoteles. Oie
aristotelischen Studien standen damals in hoher Schätzung. Hervor
ragende Männer wie Trendelenburg, Bonitz, Brandis, Prantl usw.
beherrschten die Arbeit der Universitäten. Über die eigentümliche
Sprache des Üristoteles wurde wenig beachtet. Bonitz hatte nach
dieser Dichtung ausgezeichnete Untersuchungen geliefert, aber es
blieb noch manches zu tun; so konnten meine Untersuchungen
nicht als überflüssig erscheinen. Das Jahr 1866, in dem ich diese
Dissertation abschloß, war für mich besonders wichtig. Ich hatte
die Absicht im Sommersemester zu promovieren, was auch am
2. Juni geschehen ist, und sofort das Oberlehrerefamen zu bestehen,
was dann im Oktober erfolgte. So waren fene Monate für mich
eine Zeit härtester Arbeit; ich bin damals oft schon vor 5 Uhr auf
gestanden.
In diese arbeitsreiche Zeit fiel die große politische Wendung der
deutschen geschicke; sie ergriff auch unsere nächste Umgebung.
1865 noch feierten wir in göttingen die Linweihung eines neuen
Kollegienhauses. Der König, übrigens ein sehr stattlicher und
vornehm aussehender Mann, kam selbst nach göttingen, und
hat zu der Versammlung der Professoren und Studenten eine
gedankenreiche Kede gehalten. Diese ruhte auf dem grundgedanken,
daß wohl ein gemeinsames Streben das deutsche Leben zusammen
halten, daß es aber auf dem Weg der Zwderalität geschehen müsse.
Übrigens verlief das Test glänzend. Die Studenten brachten einen
Tackelzug, und ihre Vertreter wurden zur königlichen Festtafel
eingeladen. Aber bald wurden die Wolken immer drohender.
Niemand aber konnte daran denken, daß gerade in göttingen
das Ungewitter sich entladen würde. Ich selbst empfing die
vachricht von diesem drohenden Unwetter in einem kleinen
Freundeskreis, der den gewinn eines wissenschaftlichen Preises
durch einen unserer genossen feierte. Am späten Abend rief einer
von diesen in großer Aufregung uns zu: die ganze Stadt ist
voller Soldaten! Natürlich stob unser Freundeskreis sofort aus
einander; wir konnten noch etwas- nützen, um die Offiziere und
die Soldaten in ihre Quartiere zu führen. Wir erfuhren dann,