Die Güterverwendung.
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uirzweckmäßige Auswahl und Zubereitung der Speisen jährlich
kjunderte von Millionen verlorengehen; wahrlich Grund genug
für die Hausfrau, nun ihren „Beruf" auch wirklich zu lernen.
Sie muß deswegen nicht gleich auf die Universität gehen; die
haushaltungsschule tut's auch, und später, wenn sich diese neue
Bildung erst weiterverbreitet hat, wird die Tochter von der
Mutter wenigstens so viel lernen können, wie der Lehrbub vom
Meister. Lernen allein macht es nämlich nicht, sondern' Nach
denken, da es sich eben um die Anwendung der abstrakten Regel
im Drange der täglichen Arbeit.und unter immer neuen Um
ständen handelt,
Wirkt die Konsumtion als „Wissenschaft" sparend, so wirkt sie
als „Politik" richtunggebend auf die Produktion und ihre Be
dingungen. Die ungeheure Macht, die in die Hand der Konsu
menten gelegt ist - denn Macht hat in der Wirtschaft, wer zahlt,
und das ist endgültig der Konsument — ist deshalb noch nicht all
gemein zum Bewußtsein gekonimen, weil sie noch keine For m
angenommen 1 hat, noch nicht organisiert ist. Die K o n s u m -
vereine sind ein 2lnsang; aber so wichtig sie sind, so können
sie aus ihrer Natur heraus nur einen bestimmten Teil der Pro
duktion beeinflussen. In loseren Formen hat die Konsumtion,
wenigstens vorübergehend, schon stärkere Zeichen ihrer Macht ge
zeigt. Gin wesentliches Mittel ist der B o y k o t t ; der Alkobol-
boykott der deutschen Arbeiter während der Kämpfe um die
2leichsfinanzrcform, die Boykottierung österreichischer Waren in
der Türkei während der endgültigen Inbesitznahme von Bosnien
und der Herzegowina, die immer wieder versuchte Boykottierrnig
deutscher waren durch die Polen als Protest gegen die Gstmarken-
politik der preußischen Regierung sind allbekannte Beispiele seiner
.Anwendung. Auch in den Dienst sozialpolitischer Reformen Ist
die Konfumentenvereinigung gestellt worden; von Amerika aus
gehend sind „weiße Ligen" gegrünt et worden, dir ihre Mitglieder
verpflichten, nur in solchen Geschäften zu kaufen, die gewisse For
derungen bezüglich der Behandlung des Personals (Gewährung
von Sitzgelegenheiten, Acht-Uhr-Ladenschluß usw.) erfüllen. Die
Gewerkschaften der Arbeiter haben sich gelegentlich in gleicher
Weise verpflichtet, waren (Kleidungsstücke usw.) nur dann zii
kaufen, wenn die Fabriken nur Gewerkschaftsarbeiter beschäftigen
oder Gewcrkschaftslöhne zahlen.
Aber auch ohne solche ausdrücklici^e Formulierung bestimmt die