fullscreen: Die Volkswirthschaftslehre

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92 Buch 2. Kap. l. Produktionsmittel. 
tischen Verhältnissen ist jene mit lveniger oder inehr Schmierig 
keiten verbunden und dieses gesicherter oder gefährdeter. Beim 
Landbau wird durch derartige Umstände, Temperaturverhältnisse, 
ungleiche Dauer und Gcartcthcit der einzelnen Jahreszeiten % [ 
z. B. bedingt, ob alljährlich nur einmal oder mehrmals von 
demselben Standorte geerntet werden kann, ob die Feldbestellungs 
arbeiten sich auf einen längeren Zeitraum vertheilen oder auf 
wenige Wochen im Frühjahr und Herbst zusammendrängen, ob 
das Trocknen der Ernte leicht oder mühselig ist, ob die Weidezeit 
rind bezüglich die Grünfütterung im Stalle früh beginnt und 
spät aufhört oder umgekehrt, Vorräthe au Rauhfutter für einen 
lange anhaltenden Winter angesammelt lverden müssen, oder nur 
etwa höchstens für eine kürzere Zeitdauer bereit gehalten zu werden 
brauchen re. Auch bei der Stoffverarbeituug kann durch den 
Witterungsgang der technische Erfolg der Fabrikation und die 
Anwendung hierfür förderlicher Berfahrnngsweiscu erleichtert oder 
behindert werden. Für die Baumwollenindustrie ist z. B. feuchtes 
Klima ungleich günstiger als trockenes. Die Fabrikation gelingt 
schon.bei Westwind besser als bei trockenem Ostlvinde. Ferner 
läßt sich behufs der Zuckergewinnung re. in den gemäßigteren 
Zonen ein ivirksameres Fabrikationsverfahren anwenden als in 
den heißen, wo die Maschinenbenutzung schon dadurch erschwert 
wird, daß während der Regenzeit Eisen rostet und Holz anquillt. 
Nicht minder bedeutsam bleibt seines ebenfalls höchst viel 
seitigen Einflusses halber der Boden, dessen Erdreich in 
Verbindung mit noch unzersetztem Felsgrunde die feste Erd 
rinde, die Tragfläche alles Irdischen, die Werkstätte der 
Vegetation und den Fundort wirthschaftlich brauchbarer 
Stoffe bildet. Auf der äußeren Beschaffenheit und inneren 
Zusammensetzung desselben beruht sonach einerseits die Weg 
samkeit, Anbaufähigkeit und natürliche Fruchtbarkeit der 
Bodenvberstäche, andererseits aller unterirdischer Boden 
reichthum. 
Der Einfluß des Bodens ist an sich keineswegs unbedentcu- 
der als derjenige des Klimas, macht sich vielmehr nur lveniger 
allgemein durchgreifend geltend, zumal innerhalb eines und des 
selben Landestheiles die Bodcnzustände örtlich lveit verschieden-
	        
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