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Descartes.
auch in der spekulativen Naturphilosophie, die nach ihrem
Grundgedanken den Geist nur als Objekt unter Objekten zu ver-
stehen vermag, kündigt sich allmählich eine veränderte Wendung
der Betrachtung an. Bei Campanella, dessen Philosophie nur
die Lehre des Telesio fortsetzt und ausbaut, taucht dennoch
bereits der Plan einer eigenen Wissenschaft auf, die nicht mehr
die Natur der Dinge, sondern die Art unserer Erkenntnis zu
ihrem Gegenstand haben soll; „rerum naturas Cognoscere difficile
quidem est, at modum cognoscendi longe difficilius“.!) Und bei
Bruno nimmt, wenn man das Ganze seiner literarischen Tätig-
keit überblickt, der Inbegriff der „methodologischen“ Schriften
bereits einen grösseren Umfang ein, als seine Werke zur Re-
form der Kosmologie und Naturanschauung. Freilich lehrt eben
dieses Beispiel deutlich, dass der Sinn des Problems in all
diesen verschiedenen Versuchen nicht eindeutig gefasst und fest-
gestellt ist. Bei Bacon soll die Methode, so sehr ihr scheinbar
nur die Aufgabe gestellt ist, das empirische Material zu sammeln
und zu sichten, zuletzt zur Entdeckung der „Formen“ der
Dinge im scholastischen Sinne dienen: bei Bruno wird sie
zum Mittel der Lullischen Kunst, vermöge deren die Unendlich-
keit des Wissensinhalts in das Netzwerk bestimmter symbolischer
Formeln eingefangen und für das Gedächtnis aufbewahrt
werden soll. So ist hier überall die Methode nur ein Schlagwort,
das sehr verschiedenartige Inhalte deckt und das an, sich selbst
noch keine prinzipielle Erneuerung des Erkenntnisideals bedeutet
und gewährleistet. Selbst dort, wo sie am reinsten erfasst
und gebraucht wird, bildet sie nicht das Grundprinzip, sondern
eine nebenhergehende Instanz, die den Erwerb des Wissens
unterstützt und kontrolliert. Sie leitet zu den Quellen, aus
denen uns die Erkenntnis fliesst; aber sie ist nicht selbst der
Urgrund und das Fundament. Zum Begründer der neueren
Philosophie wird Descartes daher nicht dadurch, dass er den
Gedanken der Methode an die Spitze stellt, sondern dadurch,
dass er in ihm eine neue Aufgabe erfasst. Nicht lediglich die
formale Gliederung, sondern der gesamte Inhalt der „reinen“ Er-
kenntnis soll aus dem ursprünglichen methodischen Prinzip ge-
wonnen und in lückenloser Folge hergeleitet werden. Er selbst
hat alle seine mannigfachen wissenschaftlichen Leistungen nur