Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

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Art  ihrer  Passivgeschäfte  muß  die  Bank  mit  den  ihr  anvertrauten  Geldern
verfahren,  d.  h.  sie  darf  die  Depositengelder,  die  der  Einleger  täglich  von
ihr  zurückfordern  kann,  nicht  in  Hypotheken  anlegen,  was  Festlegung  der
Gelder  für  mehrere  Jahre  bedeutet.  Mit  Bankkredit  darf  nicht  'gebaut
werden,  und  der  Bankier  darf  nie  zum  Unternehmer  werden.
Bei  Beurteilung  einer  Bankbilanz  wird  daher  ein  Hauptaugenmerk
auf  ihre  Liquidität  gerichtet.  Zu  den  Verbindlichkeiten  gehören  die
fremden  Gelder  und  die  Akzepte  der  Bank.  Diesen  Posten  stehen  als
leicht  greifbare  Aktiva  gegenüber:  Kasse,  fremde  Geldsorten,  Kupons,
Bankierguthaben,  Wechsel,  Effekten,  Reports  und  Darlehen  gegen  börsengängige ­
  Wertpapiere  und  Vorschüsse  auf  Waren.  Wesentlich  ist  natürlich
die  Qualität  der  einzelnen  Forderungen.  Um  die  Liquidität  festzustellen,
  wird  berechnet,  welche  Forderungen  sofort  fällig  sind  —  das
Bilanzschema  für  die  Monatsausweise  unterscheidet  1.  jederzeit  fällige
Gelder,  2.  feste  Gelder  und  Gelder  auf  Kündigung  —  und  wieviel  von  den
Anlagen  der  Bank  notfalls  schnell  zu  Gelde  gemacht  werden  können.  Dies
bedingt  aber  wieder  ein  gutes  Funktionieren  des  Geld-  und  Kapitalmarktes.
Nach  der  vorwiegenden  Art  der  Passivgeschäfte,  d.  h.  nach  der  Art  der
Schuldverpflichtungen,  die  die  Banken  übernehmen  (je  nach  Art  der  Kapitalbeschaffungj,
  gliedert  man:  Notenbanken,  Depositenbanken  und  Pfandbriefbanken ­
  —  sie  nehmen  Kredit  durch  Ausgabe  von  Noten,  durch  Annahme ­
  verzinslicher  Einlagen,  durch  Ausgabe  von  Pfandbriefen  —,
nach  der  vorwiegenden  Art  der  Aktivgeschäfte:  Diskonto-,  Lombard-,  Kredit-, ­
  Kontokorrentbanken  »usw.  Praktisch  läßt  sich  diese  Einteilung
aber  nicht  durchführen.  Daß  zu  einem  Aktivgeschäft  immer  ein  entsprechendes ­
  Passivgeschäft,  und  ebenso  umgekehrt,  gehört,  ist  selbstverständlich,
denn  nur  durch  Verknüpfung  eines  oder  mehrerer  Aktiv-  und
Passivgeschäfte  entsteht  eine  Bank.  In  der  Regel  liegen  die  Verhältnisse ­
  jedoch  so,  daß  die  sogenannten  Kredit-,  Spekulations-  oder  Depositenbanken ­
  meistens  alle  Aktiv-  und  Passivgeschäfte,  mit  Ausnahme  des
Noten-  und  Pfandbriefgeschäftes,  betreiben.  Die  Betriebsmittel  werden
angelegt:  im  Diskont-,  Kontokorrent-,  Lombard-,  Report-,  Finanzierungsgeschäft ­
  usw.  Das  Rothschildsche  Prinzip:  Betreibung  nur  weniger,
aber  sehr  ertragreicher  Geschäfte,  ist  für  die  Aktienbanken,  die  eine  regetmäßige
  Dividendenzahlung  erstreben  und  ihr  Kapital  und  ihre  Beamten
dauernd  beschäftigen  müssen,  unanwendbar.  Es  herrscht  vielmehr  der
            
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