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4. Insbesondere das Gold ist w e r t b e st ä u d i ge r als andere Waren,
weil gegenüber dem großen Weltvorrat die aus Angebot und Nachfrage
sich ergebenden Schwankungen nicht sehr erheblich ins Gewicht fallen.
3. Münrgelb
Die als Tauschinittel dienenden Metalle wurden ursprünglich nur nach
dem Augenmaß abgeschätzt, dann gewogen. Die erste künstlich her
gestellte Waage war die G o l d w a a g e, die ersten Gewichte waren Frucht
körner.
Das Wort Karat stammt aus dem Arabischen und heißt Kern des Johannis
brotes. Ebenso ist das englische Grain ursprünglich nichts anderes als das als
Gewicht dienende Weizenkorn.
Bei den alten Goten und Kelten wurde das Gold in dicke Drähte um
geschmolzen, die sie, spiralförmig gerollt, so lange am Oberarm trugen, bis das
Gold zu Tauschgeschäften gebraucht wurde.
Das Abwägen der Edelmetalle, die schwierige und mit Kosten verknüpfte
Prüfung auf Echtheit und Mischung sowie die Teilung in die jeweilig
erforderlichen Stücke war bei dem immer größer werdenden Handelsverkehr
undurchführbar. Der Kaufmann hätte bei Abschluß von Geschäften stets
Waage und Probierstein zur Hand haben müssen.
Infolgedessen kam der nimmer rastende Menschengeist auf den Gedanken,
den Metallstücken eine feste Form zu geben. Durch einen dem Metall aus
gedrückten Stempel oder ein Siegel wurden richtiges Gewicht und
richtiger Feingehalt bezeugt, wodurch Zuwägen und chemische Unter
suchung sich erübrigten. Auf die Stufe des Metallgeldes als Gewichtsgut
folgte die des M ü n z g e l d e s. Die Münzen brauchen nur gezählt zu
werden; aus ihrer Bezeichnung ist ihr Wertverhältnis für jeden klar er
sichtlich. Die „pensatorische" Zahlung, d. h. die Zahlung mittels Zuwägens,
ist, wie Knapp („Staatliche Theorie des Geldes") es ausdrückt, ersetzt
durch die „chartale" Zahlungsweise, d. h. der Staat legt gewissen, von ihm
gekennzeichneten Stücken, die man Geld nennt, eine bestimmte Geltung
in Werteinheiten bei; er macht das Geld zum gesetzlichen Zah
lungsmittel.
Die ersten goldenen und silbernen Münzen haben nach Herodot (Forschungen
und Funde bestätigen diese Angabe) die Lyder um 600 v. Chr. geprägt. Es
sind ovale Metallplättchen, die aus der einen Seite eine Anzahl paralleler
Streifen aufweisen, auf der anderen einige unregelmäßige Vertiefungen. In